DIESE WOCHE Die Märkte wissen was sie vom EZB-Präsidenten erwarten dürfen und freuen sich entsprechend auf jeden seiner öffentlichen Auftritte wie Kinder auf den Weihnachtsmann. So schalten europäische Aktien- und Anleihe-Futures seit Monaten im Vorfeld eines Draghi-Statements auf kollektive Euphorie. Dabei zeigte sich die Nachrichtenlage insebesondere für deutsche Blue Chips in der vergangenen Woche katastrophal: Siemens, Deutsche Bank, VW und Lufthansa haben die Investoren nicht enttäuscht, sondern geschockt; hinzu kommt der undurchsichtige Absturz der K+S-Aktie um 30%. Angesichts dieser Horror-News wäre ein DAX-Absturz weit unter 8.000 Punkte keine Überraschung gewesen. In Zeiten der Asset Price Inflation gelten aber eigene Gesetze: Preise und fundamentale Bewertungen rücken in den Hintergrund, wenn Du als Portfolio Manager gezwungen bist, ständig frisches Geld zu investieren.
Zumindest am Rentenmarkt bleiben die Trader skeptisch: Kann die Liquiditätsparty bis in alle Ewigkeit weiter gehn und wer zahlt am Ende die Rechnung? Der Bund-Future gibt seine Gewinne zum Ende der Woche wieder ab - die Tendenz geht wieder klar in Richtung 140.
MEINE STRATEGIE Der von mir vor 2 Wochen zum Verkauf empfohlene Call lag Anfang der Woche bereits nur noch bei 30 Euro. Wer sein Money Management klüger handhabt als ich, hätte die Position zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem Drittel des Verkaufspreises vollständig glattstellen können. Ich konnte zumindest am Mittwoch (im Vorfeld der Notenbank-Statements) einen Teil meiner August-Calls eindecken, habe aber am Donnerstag September Calls Basis 8.500 zu 135€ geshortet - aus jetziger Sicht (Stand Freitag vormittag 10:00Uhr) zu früh! Die US-Arbeitsmarktdaten heute nachmittag bereiten mir nur mäßiges Kopfzerbrechen. Insebesondere die US-Indizes sind die letzten Tage zu heiss gelaufen. Eine extrem positive Payrolls-Zahl könnte sogar uns Bären in die Karten spielen, denn mit Blick auf die Liquiditätssucht der Aktienmärkte gilt noch immer: good news might be bad news.
Fazit: Ich bleibe gemäßigt bearish positioniert, rate aber weiter zur Vorsicht. Entsprechend bleiben Short Calls im Moment für mich das perfekte Instrument. Sollte der DAX schwächeln und nachhaltig unter 8.400 fallen, werde ich ab dem Bereich 8.340-60 aggressiv DAX-Futures shorten - erstes Kursziel bleibt das Gap von Anfang Juli bei 8050.
Dieser Blog gibt zu Beginn der Handelswoche einen "Insider"-Ausblick auf den Handelsverlauf des Deutschen Aktienindex (DAX). Der Autor ist seit 15 Jahren im Eigenhandel (Schwerpunkt Index-Derivate) für HedgeFunds und Handelshäuser tätig. Unter "Diese Woche" legt er dar welche Aspekte professionelle Trader in der anstehenden Börsenwoche im Focus haben. Unter "Meine Strategie" gibt der Autor Einblick in sein Handelsbuch. Wöchentliches Update bis spätestens Montag 10:00 Uhr.
Freitag, 2. August 2013
Freitag, 26. Juli 2013
29.07. bis 02.08.
DIESE WOCHE Vor exakt 2 Jahren kollabierten die Aktienindizes weltweit - der DAX verlor binnen zwei Wochen 2.000 Punkte. Was war passiert? Im Grunde genommen nichts: Ein von allen erwarteter Rating-Downgrade der USA rückte damals das Thema der globalen Fiskalkrisen abrupt in den Fokus der Märkte - dabei war die ausufernde Staatsverschuldung in den USA und Europa auch Monate vor der Rating-Abstufung kein Geheimnis. Ein klassisches Beispiel für die Psychologie der Finanzmärkte! Was heute noch Sorgen bereitet, kann morgen kein Thema mehr sein und was heute jeder weiß, kann morgen Panik auslösen.
Ein Blick auf den Markt heute zeigt, daß im Moment nichts für eine Wiederholung dieses Szenarios spricht. Irgendwie laufen die Kurse bei extrem schwachem Volumen weiter nach oben (ein US-Analyst sprach dieser Tage treffend von einer Hausse der `Walking Dead`). Das schwache Makro-Umfeld interessiert die Investoren offensichtlich nur marginal. Zunehmend schwerer dürfte es auf diesen Index-Niveaus allerdings werden, die überwiegend enttäuschenden Quartalsergebnisse auszublenden. In Deutschland schockierte gestern DAX-Schwergewicht Siemens mit einer Gewinnwarnung, BASF und andere Blue Chips präsentieren Ergebnisse unter Erwartung. Auch in den USA waren auf Unternehmensseite -abgesehen von Investmentbanken- kaum positive Überraschungen zu vermelden. Dennoch bleibt die Wallstreet treibender Motor des globalen Aktienbooms. Die USA befinden sich in der stabilsten Börsen-Hausse seit dem 2en Weltkrieg; Greenspan und Bernanke haben den Aktionären viel Wohlstand beschert. Welchen Preis die Steuerzahler dafür zahlen müßen, werden die nächsten Jahre zeigen.
Immerhin scheint sich die Euphorie bei den Anleihe-Futures zu relativieren. Der Bund-Future muss in der auslaufenden Woche wieder herbe Verluste einstecken. Die Bewertungen am europäischen Bond-Markt bewegen sich aber noch immer auf völlig irrationalem Niveau: Die Preise der Peripherie-Anleihen sind durch die EZB aktiv manipuliert und die Anleihen der Core-Länder profitieren seit Jahren von der aufgeblähten Geldmenge. Ein Absturz im Bund Future weit unter 130 ist aus meiner Sicht überfällig und für die nächsten Monate ein durchaus realistisches Szenario.
MEINE STRATEGIE Meine Empfehlung von letzter Woche war, DAX Calls Laufzeit August Basis 8.400 zu shorten. Der DAX notiert aktuell (Stand 11:30 Uhr) kaum verändert zur Vorwoche, der Call hat aber bereits über 30% seines Wertes eingebüßt. Wer zumWochenende Gewinne realisieren will, kann Teile seiner Position eindecken. Ich halte eine Konsolidierung zumindest auf 8K weiter für notwendig und werde meine Stillhalter-Position in vollem Umfang halten.
Ein Blick auf den Markt heute zeigt, daß im Moment nichts für eine Wiederholung dieses Szenarios spricht. Irgendwie laufen die Kurse bei extrem schwachem Volumen weiter nach oben (ein US-Analyst sprach dieser Tage treffend von einer Hausse der `Walking Dead`). Das schwache Makro-Umfeld interessiert die Investoren offensichtlich nur marginal. Zunehmend schwerer dürfte es auf diesen Index-Niveaus allerdings werden, die überwiegend enttäuschenden Quartalsergebnisse auszublenden. In Deutschland schockierte gestern DAX-Schwergewicht Siemens mit einer Gewinnwarnung, BASF und andere Blue Chips präsentieren Ergebnisse unter Erwartung. Auch in den USA waren auf Unternehmensseite -abgesehen von Investmentbanken- kaum positive Überraschungen zu vermelden. Dennoch bleibt die Wallstreet treibender Motor des globalen Aktienbooms. Die USA befinden sich in der stabilsten Börsen-Hausse seit dem 2en Weltkrieg; Greenspan und Bernanke haben den Aktionären viel Wohlstand beschert. Welchen Preis die Steuerzahler dafür zahlen müßen, werden die nächsten Jahre zeigen.
Immerhin scheint sich die Euphorie bei den Anleihe-Futures zu relativieren. Der Bund-Future muss in der auslaufenden Woche wieder herbe Verluste einstecken. Die Bewertungen am europäischen Bond-Markt bewegen sich aber noch immer auf völlig irrationalem Niveau: Die Preise der Peripherie-Anleihen sind durch die EZB aktiv manipuliert und die Anleihen der Core-Länder profitieren seit Jahren von der aufgeblähten Geldmenge. Ein Absturz im Bund Future weit unter 130 ist aus meiner Sicht überfällig und für die nächsten Monate ein durchaus realistisches Szenario.
MEINE STRATEGIE Meine Empfehlung von letzter Woche war, DAX Calls Laufzeit August Basis 8.400 zu shorten. Der DAX notiert aktuell (Stand 11:30 Uhr) kaum verändert zur Vorwoche, der Call hat aber bereits über 30% seines Wertes eingebüßt. Wer zumWochenende Gewinne realisieren will, kann Teile seiner Position eindecken. Ich halte eine Konsolidierung zumindest auf 8K weiter für notwendig und werde meine Stillhalter-Position in vollem Umfang halten.
Freitag, 19. Juli 2013
22. bis 26. Juli
DIESE WOCHE Die auslaufende Woche hat gezeigt, in welche Segmente das frische Geld aus den Notenbankpressen fließt: Staatsanleihen weltweit nähern sich (nach ihrem zwischenzeitlichen Einbruch) wieder ihren Rekord-Ständen. Die globale Fiskalkrise -nahezu alle führenden Industrienationen kämpfen mit ausufernden Defiziten- rückt also wieder in den Hintergrund. Anleihen aus Spanien sind gefragt, dasselbe gilt für die Anleihe-Emissionen aus den Core-Ländern der Eurozone. Parallel zur Bondralley laufen die globalen Aktienindizes erneut steil nach oben. In den USA sind bereits neue All-Time-Highs erreicht, Europa hinkt hinterher, das Aufwärts-Momentum scheint sich aber zu verstärken. Selbst in verloren geglaubten Nebensegmenten des Kapitalmarkts wirkt das frische Geld Wunder: Die jüngst vom NAHB veröffentlichten Daten zum US-Immobilienmarkt zeigen, daß die Subprime-Krise von 2008 vergessen ist. Die Preisniveaus in zahlreichen US-Metropolen liegen inzwischen wieder auf Vorkrisen-Niveau und darüber.
Fazit: Die Asset Price Inflation läuft wieder auf Hochtouren, zwischen den Asset-Klassen wird nicht substituiert sondern querbeet zugekauft. Problematisch bleibt, daß der Geldsegen in großen Teilen an der Realwirtschaft vorbei läuft, ausgenommen dem Bankensektor. Für Investmentbanken ist das aktuelle Szenario des billigen Geldes ein Eldorado, ihre Handelsergebnisse laufen entsprechend glänzend. Daß die Grenzen zwischen Noten- und Investmentbankern zunehmend fließend verlaufen, gibt dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack...
MEINE STRATGIE Nach der Konsolidierungsphase von Mitte Mai bis Mitte Juni läuft jetzt quer über alle Finanzinstrumente die zweite große Zukaufswelle des Jahres. Der erneute Test der Jahreshöchstände in den US-Indizes und im DAX war für mich immer ein denkbares Szenario, die aktuelle Ralley der Anleihe-Futures hingegen hätte ich vor 4 Wochen nahezu vollständig ausgeschloßen.
Fazit: Die Bullen haben wieder Oberwasser, nach der 700 Punkte Ralley im DAX dürfte die Luft aber dünner werden. Unabhängig vom langfristigen Verlauf sollte aus meiner Sicht das DAX-Gap von 10. auf 11. Juli in den nächsten 2 Wochen geschloßen werden (Kursziel 8050). Meine Empfehlung: Short DAX Call Basis 8.400 Laufzeit August (aktueller Preis knapp unter 100 Euro).
Fazit: Die Asset Price Inflation läuft wieder auf Hochtouren, zwischen den Asset-Klassen wird nicht substituiert sondern querbeet zugekauft. Problematisch bleibt, daß der Geldsegen in großen Teilen an der Realwirtschaft vorbei läuft, ausgenommen dem Bankensektor. Für Investmentbanken ist das aktuelle Szenario des billigen Geldes ein Eldorado, ihre Handelsergebnisse laufen entsprechend glänzend. Daß die Grenzen zwischen Noten- und Investmentbankern zunehmend fließend verlaufen, gibt dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack...
MEINE STRATGIE Nach der Konsolidierungsphase von Mitte Mai bis Mitte Juni läuft jetzt quer über alle Finanzinstrumente die zweite große Zukaufswelle des Jahres. Der erneute Test der Jahreshöchstände in den US-Indizes und im DAX war für mich immer ein denkbares Szenario, die aktuelle Ralley der Anleihe-Futures hingegen hätte ich vor 4 Wochen nahezu vollständig ausgeschloßen.
Fazit: Die Bullen haben wieder Oberwasser, nach der 700 Punkte Ralley im DAX dürfte die Luft aber dünner werden. Unabhängig vom langfristigen Verlauf sollte aus meiner Sicht das DAX-Gap von 10. auf 11. Juli in den nächsten 2 Wochen geschloßen werden (Kursziel 8050). Meine Empfehlung: Short DAX Call Basis 8.400 Laufzeit August (aktueller Preis knapp unter 100 Euro).
Montag, 15. Juli 2013
15. bis19. Juli
DIESE WOCHE Nach den Äußerungen Bernankes Anfang Juni wurde vielerorts die "Zinswende" in den USA ausgerufen - diese Interpretation wurde von mir bereits damals nicht geteilt und kam offensichtlich zu früh, denn Bernanke`s Rolle rückwärts von letzter Woche zeigt: Der US-Notenbank-Cheff ist angeschlagen und agiert unentschloßen. Analog dazu bieten die Aktien- und Rentenmärkte im Fahrwasser der Geldpolitik seit Monaten ein etwas konfuses Gesamtbild. Aktueller Stand: Die Geldschleusen bleiben jetzt also doch auf beiden Seiten des Atlantik`s ohne jedes Limit geöffnet und folglich laufen die Kurse wieder nach oben.
Das seit Jahren eminente Problem an diesem Spiel: Die permanent neu zufließende Liquidität sollte die private Kreditvergabe erleichtern und damit die Konjunktur stützen. Dieser Transmissionsmechanismus funktioniert aber nicht - indes fließt das Geld in die Finanzmärkte und treibt die Kurse nach oben. Bernanke und Draghi sind sich dieser Problematik voll bewußt, hoffen aber auf Besserung und spielen weiter und weiter...
MEINE STRATEGIE In meinem Post von 24en Juni (DAX-Stand damals deutlich unter 8K) hatte ich alle euphorischen Bären mit den Worten gewarnt, daß man als Bär immer noch gefährlich lebe. Nur 3 Wochen später zeigt sich ein komplett anderes Bild: Dow Jones und S+P-Index bewegen sich wieder an ihren All-Time-Highs, der DAX hat immerhin eine scharfe Ralley von 600 Punkten hinter sich. Aus meiner Sicht die größte Überraschung: Der Absturz an den Rentenmärkten konnte abrupt abgewendet werden! Genau darum dürfte es den führenden Notenbankern bei ihren aggressiven Statements der letzten Wochen gegangen sein - die großen Industrienationen müßen sich auch in naher Zukunft billig neu finanzieren, ansonsten droht ein fiskalpolitisches Desaster!
Fazit: Die Richtung an den Aktienmärkten wird mehr denn je von der Geldpolitik vorgegeben. Dieser Mechanismus ist sehr gefährlich zumal die Protagonisten der Geldpolitik weiter unberechenbar bleiben. Das für mich weiterhin wahrscheinlichste Szenario: Der DAX macht weiterhin das, was er seit Jahresanfang macht: Er pendelt in Swings um einen steady state bei ca. 7.800 - 8.000 ... für eine nachhaltige Hausse ist das Fundament zu dünn!
Das seit Jahren eminente Problem an diesem Spiel: Die permanent neu zufließende Liquidität sollte die private Kreditvergabe erleichtern und damit die Konjunktur stützen. Dieser Transmissionsmechanismus funktioniert aber nicht - indes fließt das Geld in die Finanzmärkte und treibt die Kurse nach oben. Bernanke und Draghi sind sich dieser Problematik voll bewußt, hoffen aber auf Besserung und spielen weiter und weiter...
MEINE STRATEGIE In meinem Post von 24en Juni (DAX-Stand damals deutlich unter 8K) hatte ich alle euphorischen Bären mit den Worten gewarnt, daß man als Bär immer noch gefährlich lebe. Nur 3 Wochen später zeigt sich ein komplett anderes Bild: Dow Jones und S+P-Index bewegen sich wieder an ihren All-Time-Highs, der DAX hat immerhin eine scharfe Ralley von 600 Punkten hinter sich. Aus meiner Sicht die größte Überraschung: Der Absturz an den Rentenmärkten konnte abrupt abgewendet werden! Genau darum dürfte es den führenden Notenbankern bei ihren aggressiven Statements der letzten Wochen gegangen sein - die großen Industrienationen müßen sich auch in naher Zukunft billig neu finanzieren, ansonsten droht ein fiskalpolitisches Desaster!
Fazit: Die Richtung an den Aktienmärkten wird mehr denn je von der Geldpolitik vorgegeben. Dieser Mechanismus ist sehr gefährlich zumal die Protagonisten der Geldpolitik weiter unberechenbar bleiben. Das für mich weiterhin wahrscheinlichste Szenario: Der DAX macht weiterhin das, was er seit Jahresanfang macht: Er pendelt in Swings um einen steady state bei ca. 7.800 - 8.000 ... für eine nachhaltige Hausse ist das Fundament zu dünn!
Freitag, 5. Juli 2013
8. bis 12. Juli
DIESE WOCHE In der PK von Donnerstag konnte der EZB-Präsident seine wirkliche Begabung erneut unter Beweis stellen: Draghi hat das Zeug zum Profi-Poker-Spieler! Mit seiner vagen Kern-Aussage, die Zinsen auf unbestimmte Zeit (unter Beobachtung der Wirtschaftsdaten) niedrig zu halten, erzielte er aufs Neue mit einem simplen Bluff maximalen Erfolg - die Renditen der Euro-Peripherie gingen auf Talfahrt und die Aktienkurse schoßen in die Höhe... für exakt 24 Stunden!!! Bereits am Freitag nachmittag ist wieder Realität an den Finanzmärkten eingekehrt: Die Makro-Daten der PIGS-Länder zeigen eindeutig, daß die Strukturkrise im Euro-Raum ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Ein guter Poker-Spieler taugt eben nicht zwingend für den wichtigsten Posten in Europas Finanzwelt. Fazit: Das `System Draghi` bleibt fragil und gefährlich und der Ausgang seines Spiels bleibt insbesondere für deutsche Steuerzahler bedrohlich ungewiß. Neu hingegen ist, daß sich die Märkte nur noch kurzfristig von seinen Versprechungen blenden lassen, sofern diesen keine unmittelbaren Taten folgen.
Der US-Jobreport überrascht positiv und ist vielen Marktteilnehmern damit unwillkommen, da die Aussicht auf unlimitierte Liquiditätsspritzen der FED immer unwahrscheinlicher werden. Hier sehe ich Hoffnung für alle DAX-Bullen: Die Interpretations-Anomalie "good news is bad news" wird nicht ewig andauern - die Märkte werden auch in diesem Punkt nach einem reinigenden Wetter zur Realität zurückkehren.
MEINE STRATEGIE Die US-Indizes sind aus meiner Sicht nach ihrer fulminanten Ralley der letzten 2 Wochen überfällig um in eine neue Korrekturphase überzugehen. Ein Test der Zwischentiefs von Mitte Juni im DowJones und S&P bleibt absolut realistisch. Selbst wenn diese Unterstützungen halten sollten, sehe ich angesichts der extremen Volatilität und der relativen Schwäche im DAX die Gefahr für neue Jahrestiefstände bereits bis Anfang August.
Der US-Jobreport überrascht positiv und ist vielen Marktteilnehmern damit unwillkommen, da die Aussicht auf unlimitierte Liquiditätsspritzen der FED immer unwahrscheinlicher werden. Hier sehe ich Hoffnung für alle DAX-Bullen: Die Interpretations-Anomalie "good news is bad news" wird nicht ewig andauern - die Märkte werden auch in diesem Punkt nach einem reinigenden Wetter zur Realität zurückkehren.
MEINE STRATEGIE Die US-Indizes sind aus meiner Sicht nach ihrer fulminanten Ralley der letzten 2 Wochen überfällig um in eine neue Korrekturphase überzugehen. Ein Test der Zwischentiefs von Mitte Juni im DowJones und S&P bleibt absolut realistisch. Selbst wenn diese Unterstützungen halten sollten, sehe ich angesichts der extremen Volatilität und der relativen Schwäche im DAX die Gefahr für neue Jahrestiefstände bereits bis Anfang August.
Freitag, 28. Juni 2013
01. bis 05. Juli
DIESE WOCHE Wer diesen Blog bereits länger verfolgt weiß, daß ich kein Fan von Mario Draghi bin. Fachlich widerstrebt mir seine Abkehr von einer klassischen Geldpolitik "deutscher Schule" (konservativ, strikt preisstabilisierend) hin zu einer riskanten Strategie US-amerikanischer Prägung. Im weiteren stört mich seine permanente Mandatsüberschreitung. Es ist nicht seine Aufgabe den Euro in jetziger Form um jeden Preis zu erhalten. Ob der Euro und wenn ja in welcher Form Bestand haben wird ist ausschließlich von gewählten Volksvertretern zu entscheiden, nicht von Bankern! Last but not least halte ich Draghi`s persönlichen Werdegang, insbesondere seine Goldman Sachs-Vergangenheit ungeeignet für einen EZB-Präsidenten. Dieser sollte nach meiner Vorstellung absolut integer und über alle Zweifel erhaben sein! In all diesen drei Kritikpunkten an der Person Mario Draghi wurde ich in der abgelaufenen Woche erneut bestärkt: Wie bereits im letzten Post von mir prognostiziert, äußerte sich der EZB-Cheff in diesen Tagen wieder mehrfach extrem `dovish`: Ein Ausstieg der EZB aus den exzessiven Anleihekäufen sei in weiter Ferne; der Einsatz neuer, bislang unbekannter Instrumente expansiver Geldpolitik sei durchaus möglich - das übliche, vage Draghi-Gerede eben. Dazu kommt seine pikante Verstrickung im Skandal um eine milliardenschwere Derivate-Position im italienischen Staatshaushalt, welche zumindest unter seinem Mitwissen in den 90er Jahren aufgebaut wurde, um die Kriterien für einen Euro-Beitritt Italiens über ein Täuschungsmanöver zu umgehen. Mein Fazit: Es reicht! Wie lange müßen wir diesen Mann eigentlich noch ertragen?
Neben dem US-Jobreport am Freitag bleiben zwei Themen für eine Fortsetzung der Kurserholung im DAX brandgefährlich: Der Kurseinbruch bei Edelmetallen -bislang von den Aktienmärkten vollständig ignoriert- sowie die anschwelende Kreditklemme in China. Das Makro-Umfeld bleibt also zum Start der zweiten Jahreshälfte unsicher für Aktien!
MEINE STRATEGIE Das erste Halbjahr ist vorbei und die Zuwächse bei Aktienindizes in den USA und Asien können sich sehen lassen: Dow Jones +15%, Nikkei +29% . In Europa hingegen ist weitgehend Ernüchterung eingekehrt: Der Eurostoxx schwankt um seine Jahreanfangstände, der DAX kann seine Gewinne (noch) verteidigen - der zwischenzeitliche Kaufrausch ist aber verflogen. Im zweiten Halbjahr werden die Märkte ihre Charakterstärke unter Beweis stellen müßen: Wie reagieren Investoren wenn Tag für Tag neue Jahrestiefstände markiert werden? Wird es den Aktienmärkten gelingen zwischenzeitliche Turbulenzen wegzustecken oder bricht Panik aus?
Aktuell (Stand Freitag vormittag) notiert der DAX bei 8K. Mein Big Picture bleibt unverändert: Für die zweite Jahreshälfte sind DAX-Kurse unter 7K das realistischere Szenario als Kurse über 9K!
Neben dem US-Jobreport am Freitag bleiben zwei Themen für eine Fortsetzung der Kurserholung im DAX brandgefährlich: Der Kurseinbruch bei Edelmetallen -bislang von den Aktienmärkten vollständig ignoriert- sowie die anschwelende Kreditklemme in China. Das Makro-Umfeld bleibt also zum Start der zweiten Jahreshälfte unsicher für Aktien!
MEINE STRATEGIE Das erste Halbjahr ist vorbei und die Zuwächse bei Aktienindizes in den USA und Asien können sich sehen lassen: Dow Jones +15%, Nikkei +29% . In Europa hingegen ist weitgehend Ernüchterung eingekehrt: Der Eurostoxx schwankt um seine Jahreanfangstände, der DAX kann seine Gewinne (noch) verteidigen - der zwischenzeitliche Kaufrausch ist aber verflogen. Im zweiten Halbjahr werden die Märkte ihre Charakterstärke unter Beweis stellen müßen: Wie reagieren Investoren wenn Tag für Tag neue Jahrestiefstände markiert werden? Wird es den Aktienmärkten gelingen zwischenzeitliche Turbulenzen wegzustecken oder bricht Panik aus?
Aktuell (Stand Freitag vormittag) notiert der DAX bei 8K. Mein Big Picture bleibt unverändert: Für die zweite Jahreshälfte sind DAX-Kurse unter 7K das realistischere Szenario als Kurse über 9K!
Freitag, 21. Juni 2013
24. bis 28. Juni
DIESE WOCHE So richtig schlau konnte aus dem Bernanke-Statement von Mittwoch niemand werden. Für Jeden war irgendwie etwas dabei: Das Anleihekaufprogramm wird bis auf weiteres in vollem Umfang in Kraft bleiben, die FED wird zwar eventuell vom Gas gehn, aber nicht auf die Bremse treten falls (und hier liegt der Hund begraben) sich die US-Wirtschaft wie erwartet erholen werde. Die Berichte über die PK des FED-Chairman wurden dabei von Details über seinen Gemütszustand begleitet. Bernanke sei amtsmüde und wirke fahrig. Ich denke, er sollte seinen sehr wichtigen Job möglichst gut machen und uns nicht mit Belanglosigkeiten über sich selbst auf die Nerven gehn. Deutlich robuster präsentierte sich im Laufe der Woche sein europäisches Pendant, Mario Draghi: Die EZB wisse um die Gefahren ihrer Politik, sei aber dennoch (v.a. wohl er persönlich) voll bereit alle Mittel auszuschöpfen und im Notfall noch ganz neue, unerforschte Wege im Expansionwettlauf einzuschlagen, na bravo!
Da die US-Makro-Daten aus meiner Sicht nicht auf eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft schließen lassen, bleibt als Fazit der Woche festzuhalten: Die Ampeln von Seiten der Geldpolitik bleiben auf grün, alle Hinweise auf mögliche Strategiewechsel sind sehr, sehr vage. Die Interpretation der Börsenpresse, der Kursrutsch ab Mitte der Woche sei auf die Enttäuschung der Märkte zurückzuführen, teile ich nicht. Aus meiner Sicht entscheidend: 1. Der Markt war überkauft, die laufende Korrektur überfällig. 2. Eine Frage tritt dabei immer dringender in den Vordergrund: Reicht eine Liquiditätsflut, die an der Realwirtschaft völlig vorbei geht und damit ihr Ziel verfehlt aus, um eine langfristige Hausse zu rechtfertigen?
MEINE STRATEGIE Mein Big Picture von neuen Jahrestiefs bleibt grundsätzlich intakt, als Bär lebt man aber auch jetzt noch gefährlich - Geld ist immer noch in großen Mengen im Markt. Der Chart von April diesen Jahres zeigt, wie schnell die Aktienmärkte aus einem intakten Short-Szenario in Euphorie umschwenken können, darum rate ich weiter dazu, zwischenzeitlich konsequent Gewinne aus Shorts zu realisieren. Mögliche Szenarien:
1. Der DAX rutscht unmittelbar in den nächsten Handelstagen weiter auf neue Jahrestiefs. 30%
2. Das Bild der letzten Wochen setzt sich fort: Aggressive Zwischen-Ralleys und nervöse Abstürze bleiben im Wechsel bei fallender Tendenz. 40%
3. Die Korrektur ist weitgehend abgeschloßen, der Anlauf auf neue All-Time-Highs kann beginnen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß die EZB aufgrund der stark steigenden Zinsen im Euroraum gegensteuert und aggressive Maßnahmen ergreifft/ankündigt, darum immerhin 30 %!
Da die US-Makro-Daten aus meiner Sicht nicht auf eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft schließen lassen, bleibt als Fazit der Woche festzuhalten: Die Ampeln von Seiten der Geldpolitik bleiben auf grün, alle Hinweise auf mögliche Strategiewechsel sind sehr, sehr vage. Die Interpretation der Börsenpresse, der Kursrutsch ab Mitte der Woche sei auf die Enttäuschung der Märkte zurückzuführen, teile ich nicht. Aus meiner Sicht entscheidend: 1. Der Markt war überkauft, die laufende Korrektur überfällig. 2. Eine Frage tritt dabei immer dringender in den Vordergrund: Reicht eine Liquiditätsflut, die an der Realwirtschaft völlig vorbei geht und damit ihr Ziel verfehlt aus, um eine langfristige Hausse zu rechtfertigen?
MEINE STRATEGIE Mein Big Picture von neuen Jahrestiefs bleibt grundsätzlich intakt, als Bär lebt man aber auch jetzt noch gefährlich - Geld ist immer noch in großen Mengen im Markt. Der Chart von April diesen Jahres zeigt, wie schnell die Aktienmärkte aus einem intakten Short-Szenario in Euphorie umschwenken können, darum rate ich weiter dazu, zwischenzeitlich konsequent Gewinne aus Shorts zu realisieren. Mögliche Szenarien:
1. Der DAX rutscht unmittelbar in den nächsten Handelstagen weiter auf neue Jahrestiefs. 30%
2. Das Bild der letzten Wochen setzt sich fort: Aggressive Zwischen-Ralleys und nervöse Abstürze bleiben im Wechsel bei fallender Tendenz. 40%
3. Die Korrektur ist weitgehend abgeschloßen, der Anlauf auf neue All-Time-Highs kann beginnen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß die EZB aufgrund der stark steigenden Zinsen im Euroraum gegensteuert und aggressive Maßnahmen ergreifft/ankündigt, darum immerhin 30 %!
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