Donnerstag, 10. April 2014

DAXWEEKLY AM ENDE



Der soeben verfasste Post war mein Letzter. Die Zahl meiner Leser finde ich zwar absolut ausreichend, meine Idee einer interaktiven Diskussion zwischen den Lesern konnte sich aber leider nicht etablieren. Eventuell bin ich bald auf Twitter zu finden. Update dazu auf dieser Seite. 

Ich wünsche Euch ein glückliches Händchen.

14. bis 18. April

DIESE WOCHE     Es ist wieder eine dieser Wochen in denen Fehlbarkeit und Unvermögen professioneller Asset Manager nicht zu übersehen sind. Griechenland kehrt in diesem Moment wieder an die Kapitalmärkte zurück und wird begeistert empfangen - dabei notieren die Anleihe-Spreads südeuropäischer Staaten auf dem niedrigsten Level seit Jahren. Allein in den letzten 12 Monaten warfen griechische Anleihen rund 80 Prozent Rendite ab. Die Chance auf den wirklich guten Trade ist also bereits lange vorbei, dennoch wird erst JETZT im großen Stil von Portfolio-Managern zugegriffen ... je niedriger der Risiko-Aufschlag, desto größer die Nachfrage?! Ich frage mich wie weit dieser Irrsinn gehen wird, sollte die EZB tatsächlich ihre Quantitative Easing Pläne voll umsetzen. Vermutlich wird dann das (leider noch immer) strukturell völlig kaputte Griechenland in der Lage sein, neue Anleihen mit einem negativen Zins platzieren zu können.

FAZIT: Das große Spiel geht weiter! Notenbanken finanzieren Staatsdefizite und blähen die Liquidität im globalen Finanzsystem weiter auf. Entgegen allen Beteuerungen bleiben die Gesetze des Monetarismus (Erhöhung der Geldmenge heißt auch Inflation) voll gültig. Aber: Die aus der exzessiven Geldpolitik entstehende Inflation geht bislang an der Realwirtschaft und an den Löhnen vorbei, schlägt dafür aber massiv in den Asset Preisen ein! Konsequenz: Die von mir in den letzten Jahren oft angemahnte Zuspitzung der Spekulationsblase an den Aktienmärkten steht der extremeren Blase an den Anleihemärkten nur noch um wenig nach - ein Crash der Aktienmärkte wäre dabei für die Realwirtschaft unproblematischer als ein Crash der Anleihemärkte - dieser wäre absolut fatal! So oder so bleibt der Ausgang des Spiels völlig ungewiss. So präsentieren sich FED und EZB auch in der auslaufenden Woche wieder dovish und dieser Grundton wird uns noch auf längere Zeit erhalten bleiben (Tapering hin oder her). Offizieller Grund dieser "Strategie" bleibt der (vorgeschobene) Kampf gegen deflationäre Tendenzen - aus meiner Sicht haben die Notenbanker schlicht nackte Angst vor den unüberschaubaren Folgen eines Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes - die Märkte sind süchtig und es gibt keinen funktionierenden Exit-Plan.

Der kluge Aufsatz von William White aus 2012 erläutert den wissenschaftlichen Ansatz zu diesem Thema und zeigt mögliche Folgen auf. (W.White: Ultra Easy Monetary Policy and the Law of unintended Consequences). Der Beitrag wurde von mir bereits früher empfohlen. Download unter: "http://www.dallasfed.org/assets/documents/institute/wpapers/2012/0126.pdf"

MEINE STRATEGIE     Das Grundmuster der letzten Monate bleibt erhalten: Die globale Aktienhausse wackelt! Das makroökonomische Umfeld ist zu unsicher und die Gewinnentwicklung der Blue Chips hängt den Kurszuwächsen bereits seit langem hinterher. Aber: Sobald Protagonisten der Geldpolitik ins Rampenlicht treten, kennen Aktien nur noch den Weg nach oben.

Kurzfristiges Fazit: Sowohl DAX als auch S&P-Index sind in den letzten 2 Wochen zunächst an harten Widerständen und dann an Support-Zonen abgeprallt. FDAX-Schlusskurse über 9.680 machen neue All-Time-Highs wahrscheinlich., Schlusskurse unter 9.400 werden uns schnell unter 9K führen.
Langfristiges Big Picture: Die Finanzmärkte werden am Ende des Tages wieder zu realen Bewertungen zurückfinden müssen.

Freitag, 4. April 2014

7. bis 11. April

DIESE WOCHE     Bereits die Möglichkeit von QE in Europa lässt die Börsianer jede Zurückhaltung aufgeben. Der Eurostoxx50 notiert bereits wieder auf Multi-Year-Highs, neue All-Time-Highs im DAX scheinen nur noch eine Frage der Zeit. Dabei musste das Ergebnis der EZB-Sitzung eigentlich die Märkte enttäuschen, wurde doch nichts konkretes beschlossen sondern lediglich erneut betont, dass die EZB bereit sei unkonventionelle Maßnahmen gegen deflationäre Tendenzen zu ergreifen - im aktuellen Umfeld ausreichend um die Asset-Preise weiter anzuheizen. Mehr frisches Geld für die Finanzmärkte in der unbestimmten Hoffnung, dass zumindest ein marginaler Bruchteil davon in die Realwirtschaft fließen könnte. So bleiben die Aktienindizes auf Unmengen an Liquidität weiterhin gut gepolstert, im Gegensatz zu deflationären Tendenzen in der realen Welt herrscht an den Börsenplätzen weiter galoppierende Inflation.

Das von mir in der letzten Woche beschriebene Handelsmuster an den US-Börsen bleibt auffällig und wirft Fragen auf. Die US-Index-Futures werden über Nacht gepusht, um dann nach Pit-Opening im großen Stil Aktien zu verkaufen. So können sich die US-Indizes im Ergebnis behaupten und teilweise sogar auf neue All-Time-Highs zulegen, und das obwohl zu den regulären US-Handelszeiten das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. In diesem Moment verliert der Nasdaq-Future unmittelbar nach Handels-Eröffnung 30 Punkte, zuvor standen erneut 30 Punkte Gewinn als Overnight-Gap zu Buche. Wer auch immer dieses Schauspiel inszeniert und dabei große Aktien-Positionen auf gleichbleibend hohem Niveau auflöst - er macht seine Sache richtig gut.

MEINE STRATEGIE     Heute ist Payrolls-Freitag - trotzdem liegt das Handelsvolumen im DAX-Future am frühen Nachmittag unter 40K Kontrakten. Das ist weniger als wenig, entsprechend ist für mich im DAX im Gegensatz zu den US-Indizes dieser Tage kein Muster erkennbar. Die aktuelle Aufwärtswelle hätte aus meiner Sicht bei 9.550-9.600 ihr Ende finden sollen. Das aktuelle Niveau bei 9.700 legt einen Test des All-Time-Highs nahe, fundamental fehlt dafür jede Grundlage. Es gibt aber Hoffnung für die Bären: Sollten wir heute erneut unter dem Trend-Resist-Level bei 9.660 im DAX-Index schließen, so wäre ein maßgebliches Kaufsignal zum zweiten mal ins Leere gelaufen --- und es gibt kein schöneres Short-Signal als ein kläglich gescheitertes Long-Signal.

Donnerstag, 27. März 2014

31.März bis 04.April

DIESE WOCHE     endet für mich bereits am Donnerstag!

Die internationalen Aktienmärkte können weiter mit spektakulären Intraday-Bewegungen aufwarten. Im US-Tech-Bereich beispielsweise werden Aktien in den letzten Wochen i.d.R. zu US-Handels-Beginn unter hohem Volumen zum Teil massiv verkauft - gegenüber dem Vormonat notiert der Nasdaq-Index aber nur moderate 2.5 Prozent tiefer... besser kann man eine Positionsbereinigung im großen Stil nicht organisieren: Abseits der US-Handelszeiten wird der Nasdaq-Future unter schwachem Volumen (und damit für billiges Geld) auf hohes Niveau gekauft um dann zu Beginn der regulären Handelszeit den ganzen Rotz wieder abzustoßen - Chapeau! Einzelne Werte kommen in diesem Prozess deutlich unter die Räder - allen voran Facebook, von mir vor wenigen Wochen noch als völlig überteuert gegeißelt. Weiter so, die Richtung stimmt!

Die europäischen Indizes machen im Vergleich wieder Boden gut. Der DAX, zwischenzeitlicher Hauptverlierer der Krim-Krise (als diese noch von Interesse war) stabilisiert sich wieder deutlich über 9K und baut relative Stärke gegenüber den globalen Indizes auf. Ein junger Grund für die Euphorie: Jens Weidmann, von mir als aufrechter Falke im EZB-Sumpf über den grünen Klee gelobt, scheint einzubrechen und verkündete am Montag völlig überraschend einem möglichen QE der EZB positiv gegenüber zu stehen. Dies wäre gleichbedeutend mit einer massiven Ausweitung der Euro-Geldmenge und würde insbesondere den europäischen Anleihemarkt endgültig aus dem Gleichgewicht bringen. Quo vadis Europa? Wer zahlt am Ende die Zeche?

MEINE STRATEGIE   Der DAX befindet sich zum Ende des ersten Quartals bereits in seiner fünften großen Welle. Nach der ersten Bewegung auf das All-Time-High kam der zügige Absturz um 800 Punkte. Darauf ging es über wenige Wochen wieder 700 Punkte nach oben, um diese Gewinne im Zuge der Krim-Krise erneut abzugeben. Der aktuelle Move läuft seit 2 Wochen wieder nach oben, seit dem Zwischentief bei 8.900 konnten wir bis zu 600 Punkte aufholen. Doch wie weit kann uns die Zwischenralley noch tragen? Ich denke spätestens bei 9.550 bis 9.570 ist die obere Grenze erreicht, danach werden wir wieder mit DAX-Kursen unter 9K Bekanntschaft machen. Insbesondere die Kredit-Krise in China könnte ein aggressives Short-Momentum triggern.

Freitag, 21. März 2014

24. bis 28. März

DIESE WOCHE      Die seit 5 Jahren laufende Hausse an der Wall Street zeigt sich weiter resistent gegen schlechte Nachrichten. Zugegeben, dass die Krim-Krise jenseits des Atlantiks letztlich niemanden interessiert, überrascht mich wenig - nach dem chauvinistischen Selbstverständnis der US-Trader sind Ereignisse jenseits der eigenen Grenzen von je her nur peripherer Bedeutung. Dass aber ein Paradigmen-Wechsel der US-Geldpolitik die Kurs-Indizes an der Wall Street nur marginal von ihren Höchstständen abrücken lässt, ist aus meiner Sicht ein wirklicher Knaller und belegt die Abkehr vom Prinzip rationaler Risiko-Aversion. Denn im krassen Gegensatz zu ihrem entscheidungsschwachen Vorgänger überraschte die neue FED-Cheffin in ihrer PK am Mittwoch unvermittelt mit der Verschärfung des Strategie-Wechsels: (1) Am Tapering wird weiter konsequent festgehalten - trotz weitgehend enttäuschender Konjunkturdaten. (2) Darüber hinaus scheint die FED dazu entschlossen, ihre Null-Zins-Politik in 2015 aufzugeben. Diese Warnung kam überraschend eindeutig - als "normale" Reaktion auf dieses Statement hätte man einen Dow-Absturz um 3-5 % in 48 Stunden für maßvoll erachten können - von wegen! Die US-Indizes verdauen den Schock zügig und notieren auf Wochensicht wieder klar im Plus - die nachhaltige Reaktion der Finanzmärkte beschränkt sich auf die Renten- und Devisenmärkte.

Die europäischen Indizes können im Sog der US-Aktieneuphorie ihre Sorgen um die brutalen Machtspiele Putins zumindest kurzfristig abschütteln, die westeuropäischen Regierungen scheinen sich mit dem Status Quo ohnehin abgefunden zu haben. So notiert der DAX wieder 400 Punkte über seinen Zwischentiefs von Ende letzter Woche - über mangelnde Volatilität darf sich dieser Tage niemand beschweren.

MEINE STRATEGIE    Die differenzierte Analyse zeigt, dass zahlreiche Indizes trotz wiedergewonnener Stärke technisch deutlich angeschlagen sind. Trendfolgende Chartindikatoren signalisieren auf daily Basis sogar für die US-Indizes klare Verkaufssignale, doch wen interessiert das solange das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist?

Freitag, 14. März 2014

17. bis 21. März

DIESE WOCHE      Letzte Woche wurden die geopolitischen Entwicklungen an der Wall Street noch gänzlich ignoriert - diese Woche ist die Sensitivität der US-Indizes für Nachrichten deutlich erhöht. Das wird erst einmal so bleiben! Der Faktor "Unsicherheit" ist für mich nach der scharfen Korrektur der letzten Tage ausreichend eingepreist. Jetzt kurzfristig weiter short zu bleiben, hieße auf einen kriegerischen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland infolge des Referendums zu wetten. Wer jetzt mutig zukauft, wettet hingegen auf eine diplomatische Lösung. Ich halte mich bei sowas raus.

MEINE STRATEGIE   Meine kurzfristigen Kursziele im DAX (9.300 und 9K) sind schneller erreicht als gedacht. Gut so. Eine Wette auf osteuropäische Machtpolitik ist nicht mein Ding, darum stelle ich alle Short-Positionen glatt und genieße meinen Urlaub.

Donnerstag, 6. März 2014

10. bis 14. März

DIESE WOCHE      Die vor ca. 3 Wochen platzierte Meldung, der weltweit berüchtigte Investor George Soros habe eine in ihrem Umfang historische Wette gegen den S&P-Index abgeschlossen, hätte jeden Bären zur Vorsicht mahnen müssen. Schließlich findet ein Investor Kategorie Soros Mittel und Wege, sich an den offiziellen Börsengremien vorbei an den Märkten short oder long zu positionieren. Das offizielle Statement "hey Leute, ich (der Größte) bin jetzt short!" sollte wohl etwas anderes bewirken...anyway...Fakt ist: Seither kennt der S&P-Index nur eine Richtung - und die geht straight nach oben! Das kurze geopolitische Nervositäts-Intermezzo von Montag ausgenommen finden keine Intraday-Reversals mehr statt, der Markt steigt und steigt, 150 Punkte ohne Korrektur binnen weniger Wochen, zahlreiche neue All-Time-Highs inklusive. Das alles vollzieht sich vor dem Hintergrund sich eintrübender US-Makro- und Unternehmens-Daten, und auch die zumindest verbal vollzogene Abkehr der FED von ihrer Strategie der extremen Liquiditäts-Flutung kann die Hausse nicht bremsen. Ähnliches Bild im US-Tech-Segment: Die neuen Börsenstars produzieren wenig und kosten viel. Facebook ist weit mehr wert als viele DAX-Unternehmen, der Bezug zur Realität geht der Wall Street jeden Tag ein Stück mehr verloren.

MEINE STRATEGIE     Die geopolitischen Unruhen führten am Montag im späten Handel zum Erreichen meines ersten Korrektur-Zieles im FDAX. Das gab mir Gelegenheit einen Teil meiner Short-Position aufzulösen, den Rest erwischte es dann am Dienstag an meinem Einstieg knapp unter 9.500. Inzwischen regiert scheinbar wieder die ungezügelte Lust auf Risiko. Aber: Die US-Indizes sind völlig überkauft, in einem normalen Umfeld birgt eine Short-Position auf diesem Niveau (S+P 1880) ein sensationelles Chance/Risiko/Verhältnis. Berücksichtigt man die relative Schwäche des DAX, so könnten wir in Kürze noch einmal das Korrekturtief von Montag Abend in Angriff nehmen.

Ich verabschiede mich erst einmal in die Berge und melde mich Ende März zurück.


Samstag, 1. März 2014

03. bis 07. März

DIESE WOCHE      Ich will meinen kurzen Post diese Woche mit einem Gedankenspiel beginnen: Angenommen, mir würde der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht bereits heute vorliegen, so könnte ich dieses Insider-Wissen dennoch nicht zwingend in einen profitablen Trade umsetzen. Denn wie die Märkte letztlich auf einen eindeutig enttäuschenden oder die Erwartungen übertreffenden Report reagieren würden, bleibt völlig unberechenbar. Durchaus vorstellbar, dass der Report katastrophal ausfällt und wir nach 5 bis 10 Minuten Korrektur trotzdem wieder in einen neuen Kaufrausch verfallen, weil es vielleicht wieder irgendwo geregnet hat oder die FED jetzt doch wieder noch mehr Geld in die Börsen pumpen darf. Fazit: Insbesondere für die US-Börsen gilt weiterhin (ich zitiere meinen Post der letzten Woche): Die Finanzmärkte bleiben immun gegen Makro-Daten. In diesen Marktphasen nach rationalen Erklärungen zu suchen, macht wenig Sinn. Wie wir diese Woche in Europa erleben durften, kann sich die Sensitivität der Märkte auf fundamentale Daten aber jederzeit wieder erhöhen, und dann wird es wirklich spannend.

MEINE STRATEGIE    Angesichts des starken Momentums an der Wall-Street überraschte mich das neue Verlaufs-Tief im DAX unter 9.500 diese Woche absolut positiv. Ich bleibe bei meiner Einschätzung von letzter Woche: Der gröbste Irrsinn ist durch, die Märkte arbeiten sich sukzessive nach unten.

Freitag, 21. Februar 2014

24. bis 28. Februar

DIESE WOCHE     "Everyone is blaming the weather"  -  es klingt wie ein schlechter Witz, doch an dieses Motto halten sich zur Zeit die Investoren an der Wall Street. Die US-Konjunktur-Daten verschlechtern sich im Trend seit Wochen, in der auslaufenden Woche lagen alle veröffentlichten Daten zum Teil weit unter den Prognosen. Die zarte Hoffnung auf eine nachhaltige US-Konjunkturbelebung wird somit von den nackten Zahlen widerlegt. Dennoch notieren die Aktienindizes wieder an ihren All-Time-Highs, denn Schuld allein ist ja das Wetter. Die Grundlogik hat sich damit seit 2013 wenig verändert. Im letzten Jahr galt noch das Credo "bad news is good news" , da mit jeder schlechten Konjunkturzahl die Hoffnung auf weitere Geldspritzen der FED neu aufflammte. In diesem Jahr -das Tapering wird von der FED tendentiell beibehalten werden- müssen also neue abstruse Rechtfertigungen herhalten um den Kunden die laufende Hausse zu erklären - und wenn es nur das Wetter ist. Fakt ist (und jeder Händler an der Wall Street weiß das): Das Umfeld für Aktien ist miserabel und wird mit den dramatischen Kurzuwächsen und den daraus enstehenden Fehlbewertungen kontinuierlich schlechter. Dennoch steigen die Kurse, da die von mir in den letzten Monaten oftmals beschriebene Immunität der Finanzmärkte gegen fundamentale Daten wieder in den Vordergrund rückt. Betriebswirtschaftliche Bewertungsansätze sind nebensächlich, volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen werden ignoriert... es dominiert wieder die Jagd der Liquiditätsflut nach Rendite.

MEINE STRATEGIE     Nach wie vor sehe ich ein Ende des gröbsten Irrsinns unmittelbar bevorstehen. Mein wahrscheinlichstes Szenario: Die globalen Aktienindizes "arbeiten" sich (d.h. sukzessive und nicht in einem Rutsch) über die kommenden Wochen um ca. 10-15 Prozent nach unten. Mein Problem: Viele sind bearish - vielleicht zu viele!

Freitag, 14. Februar 2014

17. bis 21. Februar

DIESE WOCHE      In den drei Tagen von Freitag letzter bis Dienstag der heute auslaufenden Börsenwoche markierten die US-Börsen den stärksten 3-Tages-Zugewinn der letzten 12 Monate. Berücksichtigt man dass 2013 eines der stärksten Börsenjahre aller Zeiten war, ist diese Performance besonders bemerkenswert. Noch bemerkenswerter wirkt die Performance vor dem Hintergrund der Nachrichtenlage in diesem Zeitraum: Auf einen katastrophalen US-Jobreport am Freitag folgte das ernüchternde Statement der FED-Chefin, dass die FED ungeachtet schwacher Konjunktur weiter ihren Fuß vom Gas nehmen wird. An die Spitze der US-Börsen-Euphorie setzen sich die Notierungen an der Nasdaq, das Unternehmen Facebook beispielsweise erreicht eine astronomische Bewertung von weit über 100Mrd. Euro - ob sich für ein Geschäftsmodell dieser Art in 10 Jahren noch irgendein Internet-User /Konsument begeistern wird sei an dieser Stelle einmal offen gelassen... EMTV lässt grüßen. Im Sog der US-Börsen notiert auch der DAX wieder in Reichweite seines All-Time-Highs. Der DAX-Future kann vom Zwischentief letzter Woche über 7% (!!!)  in 5 Handelstagen zulegen - wer angesichts dieser Zahlen abstreitet, dass wir uns an den Aktienmärkten in einer spekulativen Blase befinden ist entweder naiv oder nimmt die richtigen Drogen. Mit dem Ausmaß der Übertreibung nach oben bekommen insbesondere langfristig ausgerichtete Investoren ein Problem, denn: Die Möglichkeit einer geordneten Korrekturbewegung wird immer unwahrscheinlicher. Es gilt mehr denn je der Grundsatz: Je länger die Blase läuft und je höher die Kurse gehen, desto blutiger wird der darauffolgende Absturz.

MEINE STRATEGIE     Meine Short-Positionen im DAX habe ich im Laufe der Woche ausgebaut. Mein Einstieg liegt jetzt im Mittel knapp unter 9.500, d.h. aktuell 150 Punkte Loss je Kontrakt. Trotz dieser extremen Konstellation bin ich von meiner Position absolut überzeugt - und genau hier liegt vielleicht die größte Gefahr. Sollten wir eine neue Dimension des Irrsinns erreichen und neue All-Time-Highs markieren werde ich die Position kurzzeitig egalisieren um sie dann umgehend neu zu eröffnen sobald der Irrsinn ins Stottern gerät. Meine zwei unmittelbaren Korrektur-Ziele im FDAX: (1) Das Gap bei 9.300   (2) Erneuter Test der 9K.    

Freitag, 7. Februar 2014

10. bis 14. Februar

DIESE WOCHE     Nach schwachem Start in die Woche stabilisiert sich der DAX-Future zur Wochenmitte bis zur EZB-Sitzung am Donnerstag, dann passiert das Unerklärliche. Binnen einer Sekunde (13:45:04) stürzt der FDAX um 200 Punkte. Über das Zustandekommen des Absturz kann man nur spekulieren - die Deutsche Börse indes war umgehend in der Lage sich festzulegen: Alles sei rechtmäßig abgelaufen und alle Trades bleiben gültig. Dennoch sah man sich von Seite der Börse gezwungen, den Handel um 3 Minuten zu unterbrechen - wenn doch alles so blitzsauber war scheint mir diese Maßnahme übertrieben. Black Box Eurex!
Ein paar Fakten zum Dax-Future-Flash-Crash von gestern (siehe dazu auch folgenden Link "http://www.nanex.net/aqck2/4557.html"): Der Absturz wurde durch eine Verkaufsorder von 1.500 Kontrakten ausgelöst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Eurex-Clearing-Mitglieder (je nach Verhandlungsgeschick) deutlich reduzierten Margin-Sätzen unterliegen. Entsprechend reichen bereits weit weniger als (nur) 10 Mio. Euro an Sicherheiten aus, um eine Order dieser Größenordnung zu platzieren. Bereits für einen kleinen Hedgefund stellt dieser Betrag kein Problem dar, für den Handelsdesk einer Bank sind das Peanuts. Unterstellt man, dass die Position um 13:45 eröffnet und über die darauffolgenden Stunden wieder gecovert wurde, so hätte der Trade ca. 3-4 Mio. Euro Loss verursacht. Diesem Loss könnte im Falle einer Investmentbank der Profit ausgegebener FDAX-Knock-Out-Produkte gegenüberstehen. FAZIT: Die Order wurde gezielt zu einem Zeitpunkt eingestellt, zu dem das Orderbuch bekanntermaßen extrem dünn ist und zu dem eine Order dieser Größenordnung Turbulenzen auslösen muss! Damit ist klar, dass der Trader entweder ein kompletter Idiot ist (möglich), oder der Absturz bewusst initiiert wurde (so verstehe ich das Statement der Deutschen Börse), um per Saldo in anderen Finanzprodukten abzukassieren.

MEINE STRATEGIE     Abgesehen von Marktmanipulationen dieser Art bleibt das Umfeld für Aktien schwierig. Draghi gibt sich überraschend hart und verweigert dem Markt neue Akut-Hilfen. Der soeben veröffentlichte US-Jobreport gibt beängstigende Aussicht auf den Zustand der US-Konjunktur nach vollständiger Beendigung von QE3. Darum empfehle ich die aktuelle Mini-Erholung zu nutzen um sich konsequent Short zu positionieren.  

Nachtrag @Marktmanipulation: "http://www.cnbc.com/id/101399063"

       

Freitag, 31. Januar 2014

03. bis 07. Februar

DIESE WOCHE       Die türkische Notenbank glänzt in der auslaufenden Woche mit strategischer Umsicht und verdoppelt mal eben ihren Leitzins - nackte Panik - die Wirkung an den Devisenmärkten verpufft natürlich umgehend! Immerhin ist es mir persönlich eine gewisse Beruhigung, dass wir mit Mario Draghi offensichtlich doch nicht den Maximum an Notenbank-Unfähigkeit erdulden müssen - ein Blick auf die Türkei zeigt: Es geht noch schlimmer! Der politische Grundgedanke hinter der restriktiven Maßnahme der türkischen Notenbank und der expansiven Strategie der EZB ist aber in der grundsätzlichen Denkweise völlig identisch: Strukturelle Ursachen werden ignoriert, dafür werden aber die Symptome unter Inkaufnahme massiver Folgerisiken bekämpft. Waren Notenbanker rund um den Globus vor zwei Jahrzehnten noch um Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit bemüht, so halten jetzt vorwiegend Ex-Investmentbanker die geldpolitischen Hebel in der Hand. Es darf mit Spannung erwartet werden, wohin uns dieser Wahnsinn führen wird. Vor diesem Hintergrund ist die konsequente Fortführung des Tapering durch die FED für mich etwas überraschend, die unmittelbare Gefahr der Devisen-Krise der Schwellenländer wird von der FED offensichtlich nicht zu dramatisch beurteilt.

Ein interessanter technischer Aspekt der (noch?) laufenden Aktienhausse wurde dieser Tage von Zerohedge veröffentlicht: Demnach liegt die Summe kreditfinanzierter Aktienkäufe an der Wallstreet inzwischen über den Levels vor den Börsen-Abstürzen in den Jahren 2008 und 2000. Zugegeben gibt es keinen absoluten Wert ab dem eine Kreditfinanzierung bei Börsengeschäften kritisch ist und per se eine Krise auslösen könnte. Geraten aber die Börsen erst einmal ins Taumeln, so werden viele über Kredit finanzierte Investoren gezwungen sein ihre Aktien abzugeben, denn es gilt: Der Margin Call kennt keine Gnade!

MEINE STRATEGIE     Das Umfeld hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft, der krasse Anstieg des Bund-Futures belegt die Zunahme der Risk-Aversion. Die Aktienindizes halten sich vor diesem Hintergrund relativ stabil. Der DAX-Future notiert aktuell (nur) 100 Punkte unter seinem Freitags-Close der Vorwoche, am Mittwoch wurden vorübergehend sogar wieder astronomische 9.550 Punkte erreicht. Es gibt also noch immer Käufer, die den Markt zwischenzeitlich aggressiv nach oben treiben. Diese Zwischenralleys sollten genutzt werden um Short-Positionen zu eröffnen. Mein erstes Minimal-Kursziel der Korrektur liegt weiter bei 9K, ein schneller Absturz um 500-800 Punkte binnen weniger Tage bleibt für Februar ein realistisches Szenario. Wir würden uns dann in einer Trading-Range um die 8.500 Punkte wieder finden.

Samstag, 25. Januar 2014

27. bis 31. Januar

DIESE WOCHE    An den Aktienmärkten weltweit wird endlich etwas Luft abgelassen. Der DAX konnte am Dienstag noch ein neues Hoch bei knapp 9.800 Punkten markieren und liegt 72 Stunden später bereits gute 400 Punkte tiefer. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist damit gemacht. Wenig überraschend: Mit dem Abverkauf kehrt wieder Volumen in die Kassa- und Terminmärkte zurück. Gründe für die laufende Korrektur sind leicht zu finden, denn neben einem unstabilen Makro-Umfeld enttäuschen auch die jüngst veröffentlichten Unternehmensergebnisse. Zusätzlich sorgt das für die kommenden Monate anstehende Tapering der FED bereits im frühen Stadium für extreme Nervosität, insbesondere im Devisenhandel. Währungen der Schwellenländer geraten schwer unter Beschuss - das ist ein weiterer Beleg dafür, wie kurzsichtig und letztlich völlig verfehlt die Politik der Notenbanken in den letzten Jahren einzuordnen ist. Angesichts der (ungewohnten) Markt-Turbulenzen steht jedoch zu befürchten, dass Ben Bernanke am kommenden Mittwoch erneut in den Modus zurückfällt , der seine Amtszeit geprägt hat: Auf einen Schritt nach vorne folgen zwei Schritte zurück!

MEINE STRATEGIE   Trotz herber Verluste notiert der DAX noch immer auf extrem hohen Niveau. Die 100-Tage-Linie verläuft bei ca. 9.000 Punkten, hier liegt für mich das erste kurzfristige Korrektur-Ziel. Wer sich in den letzten beiden Handelstagen noch nicht short positionieren konnte, sollte Kurse über 9.400-9.450 dazu nutzen, sofern sich diese Gelegenheit zu Wochenbeginn bietet.

Freitag, 17. Januar 2014

20. bis 24. Januar

DIESE WOCHE       Mit der Bewegung von Dienstag und Mittwoch erreicht die Spekulationsblase auf deutsche Aktien ihren vorläufigen Höhepunkt. Nach der imposanten Jahresendralley gab es erneut plus 400 Punkte in 48 Stunden, bei einem maximalen Pullback von lediglich 20 Punkten. Gewinnmitnahmen scheinen sowohl kurz- als auch mittelfristig aus der Mode gekommen, denn auf ihrer Suche nach Alpha konzentrieren sich die Quants offensichtlich auf andere Strukturen: "Trend following"  ist die einfache Zauberformel und nach meiner Einschätzung beherrschen die programmierten Systeme aktuell weit über 90% des taktischen Handels an den Terminmärkten. So erklären sich auch die völlig überzogenen, in sich stetigen Moves: Das "menschliche Gefühl", erzielte Profite zu sichern ist den oftmals simpel programmierten Algorithmen völlig fremd, sie kaufen stumpf weiter zu so lange der Markt weiter steigt - ohne Limit.

Imposante Hausse ebenfalls bei den Renten-Futures, der Bund-Future kennt seit Jahresbeginn nur noch eine Richtung - nach oben! Hier wird die ökonomische Realität offensichtlich komplett anders eingeschätzt als bei den Aktienindizes, die Investoren flüchten sich förmlich in Sicherheit. Auch hier dominieren im taktischen Handel die Algos, die realen Anleihe-Auktionen der europäischen Schatzämter bestätigen aber den Run auf Bonds.

Fazit: Dank Mario Draghi befindet sich die Spekulationsblase auf den DAX nicht an der Spitze, sondern lediglich unter den Top-Ten auf der Liste der aktuellen Marktirrationalitäten und Fehlbewertungen. Unangefochten an der Spitze bleiben die Bond-Preise auf Anleihen der Euro-Peripherie. Der Future auf italienische Anleihen konnte am Freitag sogar die 117 überwinden und liegt damit über Vorkrisen-Niveau. Nachvollziehbarer Denkansatz der Investoren: Ganz egal, wie es um die Kreditwürdigkeit Italiens bestellt ist, die EZB wird uns mit 100% Sicherheit rauskaufen falls alles den Bach runter geht...unfuckingbelievable!

MEINE STRATEGIE      Wie bereits letzte Woche beschrieben, versuche ich intraday so gut es geht dem Trend der Herde zu folgen. Ansonsten empfehle ich abzuwarten und sich die Zeit mit Kopf schütteln zu vertreiben. Klar ist: Je länger dieser Spuk anhält und je höher die Fahnenstange reicht, desto mehr Blut wird fließen wenn der Markt dreht.

Freitag, 10. Januar 2014

13. bis 17. Januar

DIESE WOCHE      Die Bewertungslogik aus 2013 setzt sich auch zu Beginn des neuen Handelsjahres fort: Jede noch so enttäuschende Nachricht wird an den Aktien-Trading-Desks positiv gelesen - entsprechend versuchen sich die führenden Aktien-Indizes ohne ernst zu nehmende Korrektur an neuen All-Time-Highs. Wer beispielsweise ("normalen" Mustern folgend) darauf spekuliert, daß die unkontrollierte Jahresendralley im DAX (plus 600 Punkte in wenigen Handelstagen bei im Schnitt 30 Punkten Gap im Kassa-Index) zumindest zum Teil durch einen Rücksetzer auf 9K revidiert wird, muß sich wohl noch gedulden. Es dominiert das Credo der Allgorithmen: "Der steigende Markt trägt sich selbst"! Bestes Beispiel bieten die soeben veröffentlichten Worst-Case-Payroll-Daten vom US-Arbeitsmarkt. Sie sind de facto Worst-Case, weil: 1.Nicht einmal halb so viele Stellen geschaffen wurden wie erwartet, d.h. die US-Konjunktur läuft noch immer lahm, aber dennoch 2. die US-Arbeitslosenquote stark gesunken ist, d.h. die QE-Exit-Marke der FED rückt in greifbare Nähe! Logische Konsequenz des veröffentlichten Datenmaterials wäre ein scharfer Kurseinbruch bei den Index-Futures, nach aktuellem Stand (15:00uhr) liegen die US-Index-Futures aber sogar wieder im grünen Bereich - verrückte Welt.

MEINE STRATEGIE     Aufgrund des fehlenden Zusammenhangs zwischen Kursen und realen Nachrichten bleiben längerfristige Positionen schwer kalkulierbar. "Buy-the-dips-no-matter-what" mag im Moment funktionieren, ich halte mich trotzdem raus. Ich bleibe bei meiner Hoffnung, daß sich Finanzmärkte und ökonomische Realität bald wieder einander annähern. Bis dahin empfehle ich extrem kurzfristige Intraday-Positionen, stets dem Trend der Herde folgend.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Jahreswechsel

Nachdem der DAX in den wenigen letzten Handelstagen 2013 erneut sportliche 500 Punkte zugewinnen konnte, stellt sich die Frage wie weit uns die Reise in 2014 noch führen wird. An dieser Stelle möchte ich die Leserschaft zur Mitarbeit aufrufen: Bitte kommentiert kurz Eure Prognose DAX High/DAX Low und DAX Close für 2014!!

MEIN BIG PICTURE:
Das Umfeld für Aktien bleibt diffus! Immer wieder rückt die Geldpolitik in den Fokus der Märkte, aus meiner Sicht ist dieser Ansatz völlig unzureichend. Anstatt täglich die Frage zu diskutieren, wie lange die exzessive Geldflut noch anhalten kann, wäre es endlich an der Zeit zu diskutieren was die seit Jahren verfolgte Strategie der Ultra-Easy-Monetary-Policy der Realwirtschaft bis heute gebracht hat. Schließlich bleiben die Makro-Daten vor dem Hintergrund der massiven Notenbank-Interventionen sehr verhalten, lediglich die Asset-Preise profitieren nachhaltig. Das Notenbank-Geld findet also seinen Weg an Main Street und den Kreditmärkten vorbei direkt an die Wall Street. Das ist langfristig zu wenig! Fazit 1: Das Makro-Umfeld ist nicht Best-Case, sondern sehr fragil. All-Time-Highs globaler Aktienindizes sind aus dieser Sicht ein Irrsinn. Darüber hinaus imponiert eine Vielzahl der Blue Chips im abgelaufenen Jahr mit starken Unternehmens-Zahlen und strategisch exzellenter Marktpositionierung. Wenn sich folgerichtig DAX-Titel wie Adidas, Bayer oder BMW an ihren All-Time-Highs bewegen, mag das auch fundamental gerechtfertigt sein, aber ist eine Verdoppelung des Unternehmenswertes binnen einen Jahres -selbst bei guten Geschäftszahlen- wirklich adäquat? Fazit 2: Viele DAX-Unternehmen behaupten sich im europäischen Vergleich glänzend, es Bedarf dennoch blühender Phantasie und großen Optimismus um weiter Kurszuwächse zu rechtfertigen. Bleibt Last-but-not-Least als dritter (entscheidender?) Aspekt das Markt-Momentum. Bis auf weiteres stehen die Ampeln hier voll auf grün! Zwischen kurzen Korrekturphasen und kurzen Phasen krasser Überhitzung (siehe zweite Dezember-Hälfte) steigen die Aktienmärkte seit 2009 kontinuierlich an, in Europa gilt dies insbesondere seit dem aggressiven, wegweisenden Draghi-Statement im Sommer 2012. Fazit 3: Solange langfristige Supports nicht unterschritten werden, befinden wir uns in einer Hausse. Selbst eine DAX-Korrektur von 1.000Punkten würde am positiven Gesamtbild nichts ändern.

Nimmt man alle drei Aspekte zusammen, sehe ich das Szenario "Rückkehr zur Normalität" als das wahrscheinlichste Szenario für 2014. Das Potential nach oben sehe ich begrenzt, ebenso halte ich einen dramatischen Absturz für unwahrscheinlich. Mein (falsch) prognostiziertes Steady-State-Niveau von 2013 lag bei 7.500, hier sehe ich jetzt das maximale Rückschlagspotential für 2014. Auf der Oberseite sollten dem DAX auf den nächsten 500 bis 1.000 Punkten die Luft ausgehen. D.h. 1.000 Punkten Chance stehen 2.000 Punkte Risiko gegenüber - als DAX-Close 2014 tippe ich auf 8.000 Punkte. 

Freitag, 20. Dezember 2013

Weihnachtswoche

DIESE WOCHE       Das war noch einmal eine intensive und denkwürdige Handelswoche! Letzten Freitag schienen DAX-Jahresendkurse unter 9K noch durchaus realistisch - heute notieren nahezu alle wichtigen Indizes wieder an ihren All-Time-Highs und die zwei traditionell umsatzschwächsten Wochen des Jahres stehen erst noch bevor - der perfekte Nährboden für einen Squeeze auf neue Levels. Nach gängiger Interpretation war Ben Bernanke wie so oft in seiner Amtszeit der Impulsgeber der rasanten Aktien-Ralley; der aus Sicht der Märkte gefügigste FED-Cheff aller Zeiten verabschiedet sich damit in den Ruhestand... mach es gut, Ben! Und laß Dich bitte wirklich nie wieder auf großer Bühne blicken!

Überraschend: An den Bondmärkten wird das jüngste FED-Statement deutlich kritischer gesehen als an den Aktienmärkten und ich persönlich schließe mich dieser Einschätzung an. Zwar ist die marginale Rückführung des Anleihekaufprogramms zum jetzigen Zeitpunkt (anstatt wie erwartet im März) völlig unerheblich (und kann somit bullish gelesen werden), die Aussage aber, daß QE3 Ende 2014 abgeschloßen sein sollte finde ich in dieser Form überraschend scharf formuliert und müßte die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt schicken.
FAZIT: Die erste Reaktion der Index-Futures am Mittwoch Abend war zweifelsfrei richtig und wegweisend. Die aggressive Ralley zum Wochenausklang sehe ich eher dem DEC-Expiry-Date am Freitag geschuldet. Sie belegt die seit 2012 bestehende kurzfristige Immunität der Aktienmärkte gegenüber fundamentalen Makro-News.

MEINE STRATEGIE      Ich bleibe bis 2014 unpositioniert und hoffe weiter auf mein Lieblings-Szenario, das immer wahrscheinlicher wird: Ich will den Start ins neue Jahr auf All-Time-Highs!

Samstag, 14. Dezember 2013

16. bis 20. Dezember

DIESE WOCHE      Die letzte saubere Handelswoche vor den Feiertagen steht ganz im Zeichen der Geldpolitik. Die Zahl derer, die für die FED-Sitzung am Mittwoch bereits eine erste Reduzierung ihres Anleihe-Kauf-Programms prognostizieren, nimmt zu. Ich schließe mich dieser Meinung nicht an! Die FED wird nach meiner Einschätzung verfahren wie gewohnt und den Märkten das erzählen was sie hören wollen. Schließlich hatten wir in der letzten Woche 4 Tage fallende Aktienkurse an der WallStreet und das ist doch mehr als genug! Das Bad-Case-Szenario für Aktionäre: Die Tapering-Planung wird für März 2014 konkretisiert.

MEINE STRATEGIE     Die DAX-Korrektur sollte in der kommenden Woche um 8.900 Punkte ihren Boden finden. Danach erwarte ich bis zum Jahreswechsel wieder tendentiell steigende Kurse mit Potential bis 9.250.

Freitag, 6. Dezember 2013

9. bis 13. Dezember

DIESE WOCHE      Die Korrektur an zahlreichen Aktienmärkten kommt vom Zeitpunkt überraschend, der Dezember zählt traditionell zu den besseren Börsenmonaten. Oder sehen wir aktuell nur das Luftholen vor der Vollgas-Jahresendralley? Positive (oder eben doch schlechter als erwartete??) Jobdaten befeuern zum Wochenende die US-Märkte erneut, das Chartbild zum Wochenschluß sollte den Bären Warnung genug sein: Die Stimmung kann abrupt wieder von Nervosität in Euphorie umschalgen!! S+P-Index und Nasdaq notieren im Freitagshandel nur marginal unter ihren All-Time-Highs, von einer wirklichen Korrektur kann in den USA noch nicht gesprochen werden. In Europa hingegen deutliche Abschläge im Laufe der Woche, dabei wenig überraschend: Die starken Abwärts-Tage im DAX zählen zu den umsatzstärksten der letzten Monate. Für die noch ausstehenden Börsentage in 2013 prognostiziere ich eine Fortsetzung dieser Tendenz: Sollte (Dezember-untypisch) in den letzten 3 Wochen mit hohem Volumen getradet werden, dann werden die Kurse weiter fallen et vice versa.

MEINE STRATEGIE     Der DAX hat mich in der auslaufenden Woche eines besseren belehrt und zeigt sich mal wieder von seiner lebhaften Seite. Das ist gut so! Trotzdem geht mein Engagement noch nicht über Intraday-Positionen hinaus. Sollte der Bereich um 9.070 fallen, sehe ich die Gefahr eines kurzfristigen Ausverkaufs auf 8.700. Sollte der Markt um diese Zeit in einer Woche über 9.200 notieren, dann erwarte ich neue All-Time-Highs bis Jahresultimo.  

Aufgrund der Dominanz der Algos in den letzten Monaten, möchte ich abschließend noch ein sehenswertes Video zum Thema HFT empfehlen:  "http://www.youtube.com/watch?v=GEAGdwHXfLQ"

Donnerstag, 28. November 2013

02. bis 06. Dezember

...wegen thanksgiving bereits Donnerstag...

 
DIESE WOCHE      Nachdem sich der DAX binnen 4 Jahren verdreifacht hat und allein seit April diesen Jahres 2.000 Punkte zulegen konnte, warten viele Marktteilnehmer vergeblich auf eine Korrektur. Die Indizes schieben weiter nach oben, zwischen den Schüben herrscht über Stunden und Tage Stillstand. Meine Interpretation des Schauspiels: Auf diesen Niveaus traden nahezu ausschließlich Allgorithmen gegeneinander und da die quantitativen Systeme trendfolgend programmiert sind, werden trotz der unglaublich hohen Kurslevels keine Short-Positionen eröffnet. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zur letzten Kursblase im DAX im Jahr 2000: Damals wurden die Orders noch von Menschen generiert, folglich gab es -den konträren Meinungen der Trader entsprechend- gerade an und um die All-Time-Highs starke Marktvolatilität. Nicht so im Jahr 2013: Der von Quants gesteuerte Markt trägt sich im taktischen Bereich selbst -  eben solange er weiter steigt. Die ärmlichen Umsatzniveaus dieser Tage bestätigen meine Interpretation.

Darüber hinaus sorgten zwei DAX-Prognosen in der auslaufenden Woche für Unruhe: Goldman Sachs sieht den DAX Ende des Jahres nur noch bei 8.700 Punkten, die Deutsche Bank droht gar mit einem Absturz um 1.000 Punkte binnen der ausstehenden 4 Wochen! Mir stellt sich die Frage, ob diese Prognosen ernst gemeint oder aber der letzte verzweifelte Versuch sind, ein Paar Amateur-Zocker und untalentierte Landesbank-Trader in die hauseigenen Short-Zertifikate zu locken...   

MEINE STRATEGIE      Der DAX bleibt im Koma. Aktuell kein Intraday-Trading und keine längerfristige Position von mir in diesem Markt.