DIESE WOCHE "Everyone is blaming the weather" - es klingt wie ein schlechter Witz, doch an dieses Motto halten sich zur Zeit die Investoren an der Wall Street. Die US-Konjunktur-Daten verschlechtern sich im Trend seit Wochen, in der auslaufenden Woche lagen alle veröffentlichten Daten zum Teil weit unter den Prognosen. Die zarte Hoffnung auf eine nachhaltige US-Konjunkturbelebung wird somit von den nackten Zahlen widerlegt. Dennoch notieren die Aktienindizes wieder an ihren All-Time-Highs, denn Schuld allein ist ja das Wetter. Die Grundlogik hat sich damit seit 2013 wenig verändert. Im letzten Jahr galt noch das Credo "bad news is good news" , da mit jeder schlechten Konjunkturzahl die Hoffnung auf weitere Geldspritzen der FED neu aufflammte. In diesem Jahr -das Tapering wird von der FED tendentiell beibehalten werden- müssen also neue abstruse Rechtfertigungen herhalten um den Kunden die laufende Hausse zu erklären - und wenn es nur das Wetter ist. Fakt ist (und jeder Händler an der Wall Street weiß das): Das Umfeld für Aktien ist miserabel und wird mit den dramatischen Kurzuwächsen und den daraus enstehenden Fehlbewertungen kontinuierlich schlechter. Dennoch steigen die Kurse, da die von mir in den letzten Monaten oftmals beschriebene Immunität der Finanzmärkte gegen fundamentale Daten wieder in den Vordergrund rückt. Betriebswirtschaftliche Bewertungsansätze sind nebensächlich, volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen werden ignoriert... es dominiert wieder die Jagd der Liquiditätsflut nach Rendite.
MEINE STRATEGIE Nach wie vor sehe ich ein Ende des gröbsten Irrsinns unmittelbar bevorstehen. Mein wahrscheinlichstes Szenario: Die globalen Aktienindizes "arbeiten" sich (d.h. sukzessive und nicht in einem Rutsch) über die kommenden Wochen um ca. 10-15 Prozent nach unten. Mein Problem: Viele sind bearish - vielleicht zu viele!
Dieser Blog gibt zu Beginn der Handelswoche einen "Insider"-Ausblick auf den Handelsverlauf des Deutschen Aktienindex (DAX). Der Autor ist seit 15 Jahren im Eigenhandel (Schwerpunkt Index-Derivate) für HedgeFunds und Handelshäuser tätig. Unter "Diese Woche" legt er dar welche Aspekte professionelle Trader in der anstehenden Börsenwoche im Focus haben. Unter "Meine Strategie" gibt der Autor Einblick in sein Handelsbuch. Wöchentliches Update bis spätestens Montag 10:00 Uhr.
Freitag, 21. Februar 2014
Freitag, 14. Februar 2014
17. bis 21. Februar
DIESE WOCHE In den drei Tagen von Freitag letzter bis Dienstag der heute auslaufenden Börsenwoche markierten die US-Börsen den stärksten 3-Tages-Zugewinn der letzten 12 Monate. Berücksichtigt man dass 2013 eines der stärksten Börsenjahre aller Zeiten war, ist diese Performance besonders bemerkenswert. Noch bemerkenswerter wirkt die Performance vor dem Hintergrund der Nachrichtenlage in diesem Zeitraum: Auf einen katastrophalen US-Jobreport am Freitag folgte das ernüchternde Statement der FED-Chefin, dass die FED ungeachtet schwacher Konjunktur weiter ihren Fuß vom Gas nehmen wird. An die Spitze der US-Börsen-Euphorie setzen sich die Notierungen an der Nasdaq, das Unternehmen Facebook beispielsweise erreicht eine astronomische Bewertung von weit über 100Mrd. Euro - ob sich für ein Geschäftsmodell dieser Art in 10 Jahren noch irgendein Internet-User /Konsument begeistern wird sei an dieser Stelle einmal offen gelassen... EMTV lässt grüßen. Im Sog der US-Börsen notiert auch der DAX wieder in Reichweite seines All-Time-Highs. Der DAX-Future kann vom Zwischentief letzter Woche über 7% (!!!) in 5 Handelstagen zulegen - wer angesichts dieser Zahlen abstreitet, dass wir uns an den Aktienmärkten in einer spekulativen Blase befinden ist entweder naiv oder nimmt die richtigen Drogen. Mit dem Ausmaß der Übertreibung nach oben bekommen insbesondere langfristig ausgerichtete Investoren ein Problem, denn: Die Möglichkeit einer geordneten Korrekturbewegung wird immer unwahrscheinlicher. Es gilt mehr denn je der Grundsatz: Je länger die Blase läuft und je höher die Kurse gehen, desto blutiger wird der darauffolgende Absturz.
MEINE STRATEGIE Meine Short-Positionen im DAX habe ich im Laufe der Woche ausgebaut. Mein Einstieg liegt jetzt im Mittel knapp unter 9.500, d.h. aktuell 150 Punkte Loss je Kontrakt. Trotz dieser extremen Konstellation bin ich von meiner Position absolut überzeugt - und genau hier liegt vielleicht die größte Gefahr. Sollten wir eine neue Dimension des Irrsinns erreichen und neue All-Time-Highs markieren werde ich die Position kurzzeitig egalisieren um sie dann umgehend neu zu eröffnen sobald der Irrsinn ins Stottern gerät. Meine zwei unmittelbaren Korrektur-Ziele im FDAX: (1) Das Gap bei 9.300 (2) Erneuter Test der 9K.
MEINE STRATEGIE Meine Short-Positionen im DAX habe ich im Laufe der Woche ausgebaut. Mein Einstieg liegt jetzt im Mittel knapp unter 9.500, d.h. aktuell 150 Punkte Loss je Kontrakt. Trotz dieser extremen Konstellation bin ich von meiner Position absolut überzeugt - und genau hier liegt vielleicht die größte Gefahr. Sollten wir eine neue Dimension des Irrsinns erreichen und neue All-Time-Highs markieren werde ich die Position kurzzeitig egalisieren um sie dann umgehend neu zu eröffnen sobald der Irrsinn ins Stottern gerät. Meine zwei unmittelbaren Korrektur-Ziele im FDAX: (1) Das Gap bei 9.300 (2) Erneuter Test der 9K.
Freitag, 7. Februar 2014
10. bis 14. Februar
DIESE WOCHE Nach schwachem Start in die Woche stabilisiert sich der DAX-Future zur Wochenmitte bis zur EZB-Sitzung am Donnerstag, dann passiert das Unerklärliche. Binnen einer Sekunde (13:45:04) stürzt der FDAX um 200 Punkte. Über das Zustandekommen des Absturz kann man nur spekulieren - die Deutsche Börse indes war umgehend in der Lage sich festzulegen: Alles sei rechtmäßig abgelaufen und alle Trades bleiben gültig. Dennoch sah man sich von Seite der Börse gezwungen, den Handel um 3 Minuten zu unterbrechen - wenn doch alles so blitzsauber war scheint mir diese Maßnahme übertrieben. Black Box Eurex!
Ein paar Fakten zum Dax-Future-Flash-Crash von gestern (siehe dazu auch folgenden Link "http://www.nanex.net/aqck2/4557.html"): Der Absturz wurde durch eine Verkaufsorder von 1.500 Kontrakten ausgelöst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Eurex-Clearing-Mitglieder (je nach Verhandlungsgeschick) deutlich reduzierten Margin-Sätzen unterliegen. Entsprechend reichen bereits weit weniger als (nur) 10 Mio. Euro an Sicherheiten aus, um eine Order dieser Größenordnung zu platzieren. Bereits für einen kleinen Hedgefund stellt dieser Betrag kein Problem dar, für den Handelsdesk einer Bank sind das Peanuts. Unterstellt man, dass die Position um 13:45 eröffnet und über die darauffolgenden Stunden wieder gecovert wurde, so hätte der Trade ca. 3-4 Mio. Euro Loss verursacht. Diesem Loss könnte im Falle einer Investmentbank der Profit ausgegebener FDAX-Knock-Out-Produkte gegenüberstehen. FAZIT: Die Order wurde gezielt zu einem Zeitpunkt eingestellt, zu dem das Orderbuch bekanntermaßen extrem dünn ist und zu dem eine Order dieser Größenordnung Turbulenzen auslösen muss! Damit ist klar, dass der Trader entweder ein kompletter Idiot ist (möglich), oder der Absturz bewusst initiiert wurde (so verstehe ich das Statement der Deutschen Börse), um per Saldo in anderen Finanzprodukten abzukassieren.
MEINE STRATEGIE Abgesehen von Marktmanipulationen dieser Art bleibt das Umfeld für Aktien schwierig. Draghi gibt sich überraschend hart und verweigert dem Markt neue Akut-Hilfen. Der soeben veröffentlichte US-Jobreport gibt beängstigende Aussicht auf den Zustand der US-Konjunktur nach vollständiger Beendigung von QE3. Darum empfehle ich die aktuelle Mini-Erholung zu nutzen um sich konsequent Short zu positionieren.
Nachtrag @Marktmanipulation: "http://www.cnbc.com/id/101399063"
Ein paar Fakten zum Dax-Future-Flash-Crash von gestern (siehe dazu auch folgenden Link "http://www.nanex.net/aqck2/4557.html"): Der Absturz wurde durch eine Verkaufsorder von 1.500 Kontrakten ausgelöst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Eurex-Clearing-Mitglieder (je nach Verhandlungsgeschick) deutlich reduzierten Margin-Sätzen unterliegen. Entsprechend reichen bereits weit weniger als (nur) 10 Mio. Euro an Sicherheiten aus, um eine Order dieser Größenordnung zu platzieren. Bereits für einen kleinen Hedgefund stellt dieser Betrag kein Problem dar, für den Handelsdesk einer Bank sind das Peanuts. Unterstellt man, dass die Position um 13:45 eröffnet und über die darauffolgenden Stunden wieder gecovert wurde, so hätte der Trade ca. 3-4 Mio. Euro Loss verursacht. Diesem Loss könnte im Falle einer Investmentbank der Profit ausgegebener FDAX-Knock-Out-Produkte gegenüberstehen. FAZIT: Die Order wurde gezielt zu einem Zeitpunkt eingestellt, zu dem das Orderbuch bekanntermaßen extrem dünn ist und zu dem eine Order dieser Größenordnung Turbulenzen auslösen muss! Damit ist klar, dass der Trader entweder ein kompletter Idiot ist (möglich), oder der Absturz bewusst initiiert wurde (so verstehe ich das Statement der Deutschen Börse), um per Saldo in anderen Finanzprodukten abzukassieren.
MEINE STRATEGIE Abgesehen von Marktmanipulationen dieser Art bleibt das Umfeld für Aktien schwierig. Draghi gibt sich überraschend hart und verweigert dem Markt neue Akut-Hilfen. Der soeben veröffentlichte US-Jobreport gibt beängstigende Aussicht auf den Zustand der US-Konjunktur nach vollständiger Beendigung von QE3. Darum empfehle ich die aktuelle Mini-Erholung zu nutzen um sich konsequent Short zu positionieren.
Nachtrag @Marktmanipulation: "http://www.cnbc.com/id/101399063"
Freitag, 31. Januar 2014
03. bis 07. Februar
DIESE WOCHE Die türkische Notenbank glänzt in der auslaufenden Woche mit strategischer Umsicht und verdoppelt mal eben ihren Leitzins - nackte Panik - die Wirkung an den Devisenmärkten verpufft natürlich umgehend! Immerhin ist es mir persönlich eine gewisse Beruhigung, dass wir mit Mario Draghi offensichtlich doch nicht den Maximum an Notenbank-Unfähigkeit erdulden müssen - ein Blick auf die Türkei zeigt: Es geht noch schlimmer! Der politische Grundgedanke hinter der restriktiven Maßnahme der türkischen Notenbank und der expansiven Strategie der EZB ist aber in der grundsätzlichen Denkweise völlig identisch: Strukturelle Ursachen werden ignoriert, dafür werden aber die Symptome unter Inkaufnahme massiver Folgerisiken bekämpft. Waren Notenbanker rund um den Globus vor zwei Jahrzehnten noch um Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit bemüht, so halten jetzt vorwiegend Ex-Investmentbanker die geldpolitischen Hebel in der Hand. Es darf mit Spannung erwartet werden, wohin uns dieser Wahnsinn führen wird. Vor diesem Hintergrund ist die konsequente Fortführung des Tapering durch die FED für mich etwas überraschend, die unmittelbare Gefahr der Devisen-Krise der Schwellenländer wird von der FED offensichtlich nicht zu dramatisch beurteilt.
Ein interessanter technischer Aspekt der (noch?) laufenden Aktienhausse wurde dieser Tage von Zerohedge veröffentlicht: Demnach liegt die Summe kreditfinanzierter Aktienkäufe an der Wallstreet inzwischen über den Levels vor den Börsen-Abstürzen in den Jahren 2008 und 2000. Zugegeben gibt es keinen absoluten Wert ab dem eine Kreditfinanzierung bei Börsengeschäften kritisch ist und per se eine Krise auslösen könnte. Geraten aber die Börsen erst einmal ins Taumeln, so werden viele über Kredit finanzierte Investoren gezwungen sein ihre Aktien abzugeben, denn es gilt: Der Margin Call kennt keine Gnade!
MEINE STRATEGIE Das Umfeld hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft, der krasse Anstieg des Bund-Futures belegt die Zunahme der Risk-Aversion. Die Aktienindizes halten sich vor diesem Hintergrund relativ stabil. Der DAX-Future notiert aktuell (nur) 100 Punkte unter seinem Freitags-Close der Vorwoche, am Mittwoch wurden vorübergehend sogar wieder astronomische 9.550 Punkte erreicht. Es gibt also noch immer Käufer, die den Markt zwischenzeitlich aggressiv nach oben treiben. Diese Zwischenralleys sollten genutzt werden um Short-Positionen zu eröffnen. Mein erstes Minimal-Kursziel der Korrektur liegt weiter bei 9K, ein schneller Absturz um 500-800 Punkte binnen weniger Tage bleibt für Februar ein realistisches Szenario. Wir würden uns dann in einer Trading-Range um die 8.500 Punkte wieder finden.
Ein interessanter technischer Aspekt der (noch?) laufenden Aktienhausse wurde dieser Tage von Zerohedge veröffentlicht: Demnach liegt die Summe kreditfinanzierter Aktienkäufe an der Wallstreet inzwischen über den Levels vor den Börsen-Abstürzen in den Jahren 2008 und 2000. Zugegeben gibt es keinen absoluten Wert ab dem eine Kreditfinanzierung bei Börsengeschäften kritisch ist und per se eine Krise auslösen könnte. Geraten aber die Börsen erst einmal ins Taumeln, so werden viele über Kredit finanzierte Investoren gezwungen sein ihre Aktien abzugeben, denn es gilt: Der Margin Call kennt keine Gnade!
MEINE STRATEGIE Das Umfeld hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft, der krasse Anstieg des Bund-Futures belegt die Zunahme der Risk-Aversion. Die Aktienindizes halten sich vor diesem Hintergrund relativ stabil. Der DAX-Future notiert aktuell (nur) 100 Punkte unter seinem Freitags-Close der Vorwoche, am Mittwoch wurden vorübergehend sogar wieder astronomische 9.550 Punkte erreicht. Es gibt also noch immer Käufer, die den Markt zwischenzeitlich aggressiv nach oben treiben. Diese Zwischenralleys sollten genutzt werden um Short-Positionen zu eröffnen. Mein erstes Minimal-Kursziel der Korrektur liegt weiter bei 9K, ein schneller Absturz um 500-800 Punkte binnen weniger Tage bleibt für Februar ein realistisches Szenario. Wir würden uns dann in einer Trading-Range um die 8.500 Punkte wieder finden.
Samstag, 25. Januar 2014
27. bis 31. Januar
DIESE WOCHE An den Aktienmärkten weltweit wird endlich etwas Luft abgelassen. Der DAX konnte am Dienstag noch ein neues Hoch bei knapp 9.800 Punkten markieren und liegt 72 Stunden später bereits gute 400 Punkte tiefer. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist damit gemacht. Wenig überraschend: Mit dem Abverkauf kehrt wieder Volumen in die Kassa- und Terminmärkte zurück. Gründe für die laufende Korrektur sind leicht zu finden, denn neben einem unstabilen Makro-Umfeld enttäuschen auch die jüngst veröffentlichten Unternehmensergebnisse. Zusätzlich sorgt das für die kommenden Monate anstehende Tapering der FED bereits im frühen Stadium für extreme Nervosität, insbesondere im Devisenhandel. Währungen der Schwellenländer geraten schwer unter Beschuss - das ist ein weiterer Beleg dafür, wie kurzsichtig und letztlich völlig verfehlt die Politik der Notenbanken in den letzten Jahren einzuordnen ist. Angesichts der (ungewohnten) Markt-Turbulenzen steht jedoch zu befürchten, dass Ben Bernanke am kommenden Mittwoch erneut in den Modus zurückfällt , der seine Amtszeit geprägt hat: Auf einen Schritt nach vorne folgen zwei Schritte zurück!
MEINE STRATEGIE Trotz herber Verluste notiert der DAX noch immer auf extrem hohen Niveau. Die 100-Tage-Linie verläuft bei ca. 9.000 Punkten, hier liegt für mich das erste kurzfristige Korrektur-Ziel. Wer sich in den letzten beiden Handelstagen noch nicht short positionieren konnte, sollte Kurse über 9.400-9.450 dazu nutzen, sofern sich diese Gelegenheit zu Wochenbeginn bietet.
MEINE STRATEGIE Trotz herber Verluste notiert der DAX noch immer auf extrem hohen Niveau. Die 100-Tage-Linie verläuft bei ca. 9.000 Punkten, hier liegt für mich das erste kurzfristige Korrektur-Ziel. Wer sich in den letzten beiden Handelstagen noch nicht short positionieren konnte, sollte Kurse über 9.400-9.450 dazu nutzen, sofern sich diese Gelegenheit zu Wochenbeginn bietet.
Freitag, 17. Januar 2014
20. bis 24. Januar
DIESE WOCHE Mit der Bewegung von Dienstag und Mittwoch erreicht die Spekulationsblase auf deutsche Aktien ihren vorläufigen Höhepunkt. Nach der imposanten Jahresendralley gab es erneut plus 400 Punkte in 48 Stunden, bei einem maximalen Pullback von lediglich 20 Punkten. Gewinnmitnahmen scheinen sowohl kurz- als auch mittelfristig aus der Mode gekommen, denn auf ihrer Suche nach Alpha konzentrieren sich die Quants offensichtlich auf andere Strukturen: "Trend following" ist die einfache Zauberformel und nach meiner Einschätzung beherrschen die programmierten Systeme aktuell weit über 90% des taktischen Handels an den Terminmärkten. So erklären sich auch die völlig überzogenen, in sich stetigen Moves: Das "menschliche Gefühl", erzielte Profite zu sichern ist den oftmals simpel programmierten Algorithmen völlig fremd, sie kaufen stumpf weiter zu so lange der Markt weiter steigt - ohne Limit.
Imposante Hausse ebenfalls bei den Renten-Futures, der Bund-Future kennt seit Jahresbeginn nur noch eine Richtung - nach oben! Hier wird die ökonomische Realität offensichtlich komplett anders eingeschätzt als bei den Aktienindizes, die Investoren flüchten sich förmlich in Sicherheit. Auch hier dominieren im taktischen Handel die Algos, die realen Anleihe-Auktionen der europäischen Schatzämter bestätigen aber den Run auf Bonds.
Fazit: Dank Mario Draghi befindet sich die Spekulationsblase auf den DAX nicht an der Spitze, sondern lediglich unter den Top-Ten auf der Liste der aktuellen Marktirrationalitäten und Fehlbewertungen. Unangefochten an der Spitze bleiben die Bond-Preise auf Anleihen der Euro-Peripherie. Der Future auf italienische Anleihen konnte am Freitag sogar die 117 überwinden und liegt damit über Vorkrisen-Niveau. Nachvollziehbarer Denkansatz der Investoren: Ganz egal, wie es um die Kreditwürdigkeit Italiens bestellt ist, die EZB wird uns mit 100% Sicherheit rauskaufen falls alles den Bach runter geht...unfuckingbelievable!
MEINE STRATEGIE Wie bereits letzte Woche beschrieben, versuche ich intraday so gut es geht dem Trend der Herde zu folgen. Ansonsten empfehle ich abzuwarten und sich die Zeit mit Kopf schütteln zu vertreiben. Klar ist: Je länger dieser Spuk anhält und je höher die Fahnenstange reicht, desto mehr Blut wird fließen wenn der Markt dreht.
Imposante Hausse ebenfalls bei den Renten-Futures, der Bund-Future kennt seit Jahresbeginn nur noch eine Richtung - nach oben! Hier wird die ökonomische Realität offensichtlich komplett anders eingeschätzt als bei den Aktienindizes, die Investoren flüchten sich förmlich in Sicherheit. Auch hier dominieren im taktischen Handel die Algos, die realen Anleihe-Auktionen der europäischen Schatzämter bestätigen aber den Run auf Bonds.
Fazit: Dank Mario Draghi befindet sich die Spekulationsblase auf den DAX nicht an der Spitze, sondern lediglich unter den Top-Ten auf der Liste der aktuellen Marktirrationalitäten und Fehlbewertungen. Unangefochten an der Spitze bleiben die Bond-Preise auf Anleihen der Euro-Peripherie. Der Future auf italienische Anleihen konnte am Freitag sogar die 117 überwinden und liegt damit über Vorkrisen-Niveau. Nachvollziehbarer Denkansatz der Investoren: Ganz egal, wie es um die Kreditwürdigkeit Italiens bestellt ist, die EZB wird uns mit 100% Sicherheit rauskaufen falls alles den Bach runter geht...unfuckingbelievable!
MEINE STRATEGIE Wie bereits letzte Woche beschrieben, versuche ich intraday so gut es geht dem Trend der Herde zu folgen. Ansonsten empfehle ich abzuwarten und sich die Zeit mit Kopf schütteln zu vertreiben. Klar ist: Je länger dieser Spuk anhält und je höher die Fahnenstange reicht, desto mehr Blut wird fließen wenn der Markt dreht.
Freitag, 10. Januar 2014
13. bis 17. Januar
DIESE WOCHE Die Bewertungslogik aus 2013 setzt sich auch zu Beginn des neuen Handelsjahres fort: Jede noch so enttäuschende Nachricht wird an den Aktien-Trading-Desks positiv gelesen - entsprechend versuchen sich die führenden Aktien-Indizes ohne ernst zu nehmende Korrektur an neuen All-Time-Highs. Wer beispielsweise ("normalen" Mustern folgend) darauf spekuliert, daß die unkontrollierte Jahresendralley im DAX (plus 600 Punkte in wenigen Handelstagen bei im Schnitt 30 Punkten Gap im Kassa-Index) zumindest zum Teil durch einen Rücksetzer auf 9K revidiert wird, muß sich wohl noch gedulden. Es dominiert das Credo der Allgorithmen: "Der steigende Markt trägt sich selbst"! Bestes Beispiel bieten die soeben veröffentlichten Worst-Case-Payroll-Daten vom US-Arbeitsmarkt. Sie sind de facto Worst-Case, weil: 1.Nicht einmal halb so viele Stellen geschaffen wurden wie erwartet, d.h. die US-Konjunktur läuft noch immer lahm, aber dennoch 2. die US-Arbeitslosenquote stark gesunken ist, d.h. die QE-Exit-Marke der FED rückt in greifbare Nähe! Logische Konsequenz des veröffentlichten Datenmaterials wäre ein scharfer Kurseinbruch bei den Index-Futures, nach aktuellem Stand (15:00uhr) liegen die US-Index-Futures aber sogar wieder im grünen Bereich - verrückte Welt.
MEINE STRATEGIE Aufgrund des fehlenden Zusammenhangs zwischen Kursen und realen Nachrichten bleiben längerfristige Positionen schwer kalkulierbar. "Buy-the-dips-no-matter-what" mag im Moment funktionieren, ich halte mich trotzdem raus. Ich bleibe bei meiner Hoffnung, daß sich Finanzmärkte und ökonomische Realität bald wieder einander annähern. Bis dahin empfehle ich extrem kurzfristige Intraday-Positionen, stets dem Trend der Herde folgend.
MEINE STRATEGIE Aufgrund des fehlenden Zusammenhangs zwischen Kursen und realen Nachrichten bleiben längerfristige Positionen schwer kalkulierbar. "Buy-the-dips-no-matter-what" mag im Moment funktionieren, ich halte mich trotzdem raus. Ich bleibe bei meiner Hoffnung, daß sich Finanzmärkte und ökonomische Realität bald wieder einander annähern. Bis dahin empfehle ich extrem kurzfristige Intraday-Positionen, stets dem Trend der Herde folgend.
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