DIESE WOCHE Grundsätzlich in eigener Sache: Die Kursentwicklung im DAX zu kommentieren macht angesichts der gravierend einbrechenden Umsätze (aktuell FDAX 22K getradete Kontrakte um 12Uhr?!) wenig Sinn. Sollte dieser Trend in den nächsten Wochen Bestand haben, werde ich diesen Blog vorübergehend einstellen oder zumindest massiv einschränken.
Die schwindende Handelsaktivität begünstigt Fehlentwicklungen und so entkoppeln sich auch in der auslaufenden Woche die Finanzmärkte weiter von der ökonomischen Realität.
Beispiel 1: Der am Dienstag veröffentlichte US-Jobreport zeigt, daß der US-Arbeitsmarkt weit schlechter in die Gänge kommt als von Analysten erwartet. Da die US-Konjunktur vornehmlich von der US-Binnennachfrage gestützt wird, werden die Konjunkturprognosen (zusätzlich belastet durch den 3wöchigen US-Shutdown) für 2013/14 nicht eingehalten werden können. Das ist zweifelsfrei schlecht für Unternehmen und deren Anteilswerte, d.h. Aktien sollten fallen. Die Reaktion der WallStreet war entgegengesetzt, die Index-Futures schoßen nach Veröffentlichung des Job-Reports in die Höhe. Begründung: Ein schwacher Arbeitsmarkt führt zu schwachem Konsum und schwacher Konjunktur, und das wiederum führt zu einer Fortsetzung der Ultra-Easy-Monetary-Policy der FED. D.h. Mehr billiges Geld für die Investmentbanken, um damit an den Börsen zu kaufen.
Beispiel 2: In Europa mehren sich die Anzeichen für Engpäße am Kreditmarkt. So ging die Kreditvergabe an Unternehmen, die nicht aus der Finanzbranche
kommen, in der Eurozone im August im Vergleich zum Vorjahr um weitere 2,9
Prozent zurück. Und das, obwohl die exzessive Politik Mario Draghi`s die Kassen der Finanzinsitute mit Liquidität überlaufen läßt. Dieser Engpaß sollte Börsianer nervös werden lassen, lag darin doch zu Hochzeiten der Finanzkrise eines der bedrohlichsten Probleme für die Realwirtschaft... ein Blick auf die Kurstafeln zeigt aber, daß triviale ökonomische Zusammenhänge im Kaufrausch völlig ignoriert werden.
FAZIT. Die Abhängigkeit der Aktien- und Bondmärkte vom Wohlwollen der Geldpolitik nimmt fatale Formen an! Ein fiktives Gedankenspiel soll die Fragilität dieser Konstellation verdeutlichen: Man stelle sich vor Jens Weidmann (immerhin der Präsident der Deutschen Bundesbank) würde morgen zum EZB-Präsidenten ernannt werden, dann würden Europas Anleihemärkte binnen Stunden crashen und die Aktienmärkte um 5-20 Prozent absacken. Dieses Gedankenspiel ist völlig aus der Luft gegriffen, verdeutlicht aber anschaulich wie verheerend sich ein geldpolitischer Strategiewechsel auswirken würde.
MEINE STRATEGIE lautet weiterhin (trotz dunkler Wolken): KEINE POSITION!!
Ich weiß "the-trend-is-your-friend-bla-bla-bullshit" -- trotzdem weigere ich mich in einer Spekulationsblase overnight Long positioniert zu sein. Der geniale "trend-is-your-friend-Trader", der im Herbst letzten Jahres Apple bei über 700USD gekauft hat und dann zusehen mußte wie seine Aktie binnen weniger Monate um 50% fällt, wird mir Recht geben.
Andererseits verbieten sich in diesem irrationalen Markt Positionen gegen den Trend. Der DAX hat in den letzten Wochen Horrorszenarien mit neuen All-Time-Highs beantwortet, wodurch sollte also jetzt eine größere Korrekturbewegung getriggert werden? Darum rate ich allen Bären: Bleibt geduldig und shortet dafür aggressiv, wenn der Markt wirklich nervös wird. Die Indizes werden abstürzen, vielleicht nächste Woche, vielleicht aber auch erst im letzten Quartal 2014. Den Fair Value im DAX sehe ich auf dem Niveau VOR Eintritt von EZB und FED als globale Markt-Player im Sommer letzten Jahres, also bei ca. 6.000 Punkten.
Dieser Blog gibt zu Beginn der Handelswoche einen "Insider"-Ausblick auf den Handelsverlauf des Deutschen Aktienindex (DAX). Der Autor ist seit 15 Jahren im Eigenhandel (Schwerpunkt Index-Derivate) für HedgeFunds und Handelshäuser tätig. Unter "Diese Woche" legt er dar welche Aspekte professionelle Trader in der anstehenden Börsenwoche im Focus haben. Unter "Meine Strategie" gibt der Autor Einblick in sein Handelsbuch. Wöchentliches Update bis spätestens Montag 10:00 Uhr.
Freitag, 25. Oktober 2013
Sonntag, 20. Oktober 2013
21. bis 25. Oktober
DIESE WOCHE Gründe für aufkommende Nervosität am deutschen Aktienmarkt gab es in den letzten Wochen zuhauf, doch der DAX präsentiert sich in Bestform! Es ist scheinbar völlig egal wie düster die Nachrichtenlage aussehen mag, der Index steigt und steigt. Selbst der US-Shutdown sowie der zwischenzeitlich drohende US-Default sorgen für neue All-Time-Highs - angesichts dieses Wahnsinns kann ich nur den Kopf schütteln und bin sehr dankbar, daß ich die letzten 4 Wochen nicht am Desk sondern im Urlaub verbracht habe.
Die Gesetze der Asset-Price-Inflation sind offensichtlich gültiger denn je: Gibt es schlechte News für die Aktienmärkte, so werden Bonds zugekauft während Aktienkurse stagnieren, bei schlechten News für die Rentenmärkte haussieren Aktien während Bonds stagnieren - per Saldo steigen am Ende des Tages beide Asset-Klassen. Nichts spricht dafür, daß die Spirale des Irrsinns bereits am Ende ist. Dank der Notenbanken fließt weiterhin billiges Geld in die Märkte, gepaart mit schwachen Umsätzen ist dies der ideale Nährboden für ein Aufblähen der Blase. Wer auf die Rückkehr der Vernunft an der Börse hofft oder gar spekuliert, dem kann ich angesichts der Kursentwicklung der letzten Wochen nur zurufen: "Elvis has left the building!"
MEINE STRATEGIE Mein letzter Overnight-Positions-Trade im DAX-Future liegt inzwischen bereits mehrere Monate zurück. Das Markt-Momentum war zwar in 2013 intraday gut zu traden, ich bin aber nicht in der Lage daraus eine zuverläßige Prognose auf mehrere Tage oder gar Wochen zu erstellen. Ein DAX-Rücksetzer auf 8.150 bis 8.300 ist aus meiner Sicht überfällig, ich sehe aber nicht, wodurch dieser getriggert werden könnte. Meine (vagen) Szenarien im Überblick:
(1) Jahresendralley ohne wesentliche Rücksetzer - DAX Ende des Jahres deutlich über 9K. 25%
(2) Die Hausse hat Bestand, verliert aber an Stärke. DAX Ende des Jahres um 8.500. 65%
(3) Trendumkehr und Absturz auf neue Jahrestiefs. 10%
Für den unwahrscheinlichen Fall des Szenarios (3) warne ich davor zu früh die Hand aufzuhalten. Im aktuellen Umfeld würde ich eher nach 80 Punkten DAX-Korrektur auf wieder steigende Kurse setzen als nach einem Absturz von 800 Punkten.
Die Gesetze der Asset-Price-Inflation sind offensichtlich gültiger denn je: Gibt es schlechte News für die Aktienmärkte, so werden Bonds zugekauft während Aktienkurse stagnieren, bei schlechten News für die Rentenmärkte haussieren Aktien während Bonds stagnieren - per Saldo steigen am Ende des Tages beide Asset-Klassen. Nichts spricht dafür, daß die Spirale des Irrsinns bereits am Ende ist. Dank der Notenbanken fließt weiterhin billiges Geld in die Märkte, gepaart mit schwachen Umsätzen ist dies der ideale Nährboden für ein Aufblähen der Blase. Wer auf die Rückkehr der Vernunft an der Börse hofft oder gar spekuliert, dem kann ich angesichts der Kursentwicklung der letzten Wochen nur zurufen: "Elvis has left the building!"
MEINE STRATEGIE Mein letzter Overnight-Positions-Trade im DAX-Future liegt inzwischen bereits mehrere Monate zurück. Das Markt-Momentum war zwar in 2013 intraday gut zu traden, ich bin aber nicht in der Lage daraus eine zuverläßige Prognose auf mehrere Tage oder gar Wochen zu erstellen. Ein DAX-Rücksetzer auf 8.150 bis 8.300 ist aus meiner Sicht überfällig, ich sehe aber nicht, wodurch dieser getriggert werden könnte. Meine (vagen) Szenarien im Überblick:
(1) Jahresendralley ohne wesentliche Rücksetzer - DAX Ende des Jahres deutlich über 9K. 25%
(2) Die Hausse hat Bestand, verliert aber an Stärke. DAX Ende des Jahres um 8.500. 65%
(3) Trendumkehr und Absturz auf neue Jahrestiefs. 10%
Für den unwahrscheinlichen Fall des Szenarios (3) warne ich davor zu früh die Hand aufzuhalten. Im aktuellen Umfeld würde ich eher nach 80 Punkten DAX-Korrektur auf wieder steigende Kurse setzen als nach einem Absturz von 800 Punkten.
Freitag, 6. September 2013
September Ausblick
STATUS QUO Die Märkte bleiben in abwartender Haltung: Die jüngste Korrektur in den globalen Aktienindizes hat scheinbar ihren ersten Boden gefunden, der DAX schlägt sich im internationalen Vergleich noch immer glänzend. An den Bond-Märkten ist die Wende vollzogen - die im Frühsommer markierten All-Time-Lows bei den Anleihe-Renditen liegen in weiter Ferne, ein Strategiewechsel der FED ist also zumindest im Ansatz eingepreist, entscheidend bleibt die Frage wann und in welchem Umfang QE eingeschränkt wird. Die heute veröffentlichten Payrolls-Daten bringen dazu wenig neue Erkenntnisse; der US-Arbeitsmarkt erholt sich zwar, aber das nur schleppend. Die seit Jahren anhaltende Liquiditätsschwemme hat in den USA nur schwache Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Das Geld fließt vorwiegend in die Finanzmärkte und treibt die Assetpreise nach oben - die Aktienhausse läuft konstant seit 2009, die US-Immobilienpreise liegen in manchen Regionen bereits wieder über dem Niveau vor Ausbruch der Subprime-Krise und US-Staatsanleihen notieren trotz immenser Staatsverschuldung extrem stabil.
Ähnliches Bild in Europa: Erst gestern bekräftigte Draghi erneut seine offensichtlich gescheiterte Strategie des extrem billigen Geldes. Der Euro-Raum scheint sich indes (auch in der Peripherie) wirtschaftlich etwas zu stabilisieren und Deutschland bleibt Musterschüler, der heute veröffentlichte drastische Rückgang der Industrieproduktion im Juli zeigt aber, daß das Makrobild sehr labil bleibt - die Eurokrise ist keinesfalls überstanden. Das EZB-Geld fließt letztlich ebenfalls v.a. in die Finanzmärkte - so hält der DAX sein historisch hohes Niveau über 8K, obwohl wir uns keinesfalls in einem Best-Case-Szenario befinden, der europäische Bondmarkt bleibt völlig fehlbewertet und die Immobilienblase in deutschen Ballungsräumen bläht sich weiter auf.
Wie lange dieses riskante Spiel der Zentralbanken noch weitergeht bleibt die wichtigste Frage im Börsenjahr 2013. Gewinnentwicklung der Unternehmen, makroökonomische Rahmenbedingungen - alles Nebensache! Vor diesem Hintergrund ist das FOMC-Meeting am 17en und 18en September das Schlüßelereignis des Monats. Bernanke steht vor seiner Ablösung und ich erwarte nicht, daß er zu seinem Amtsende die Märkte überraschen wird.
MEINE STRATEGIE Die Hausse lebt weiter von den Notenbanken. Diese Abhängigkeit stimmt mich skeptisch, der DAX notiert aus meiner Sicht auf viel zu hohem Niveau! Daher empfehle ich weiterhin tendentiell auch gegen den Trend Short-Engagements. Die Korrektur an der WallStreet in den letzten Wochen gibt mir recht. Aber: Sollten die US-Indizes fürs erste ihren Boden gefunden haben und der DAX die 8K Marke bis Ende September behaupten, dann sehe ich gute Chancen für einen neuen Spike mit neuen Hochs um die 9K im letzten Quartal 2013 - wenn auch ohne jede fundamentale Basis.
In diesem Sinne, alles bleibt möglich. Ich verabschiede mich in den Urlaub und melde mich im Oktober zurück.
Ähnliches Bild in Europa: Erst gestern bekräftigte Draghi erneut seine offensichtlich gescheiterte Strategie des extrem billigen Geldes. Der Euro-Raum scheint sich indes (auch in der Peripherie) wirtschaftlich etwas zu stabilisieren und Deutschland bleibt Musterschüler, der heute veröffentlichte drastische Rückgang der Industrieproduktion im Juli zeigt aber, daß das Makrobild sehr labil bleibt - die Eurokrise ist keinesfalls überstanden. Das EZB-Geld fließt letztlich ebenfalls v.a. in die Finanzmärkte - so hält der DAX sein historisch hohes Niveau über 8K, obwohl wir uns keinesfalls in einem Best-Case-Szenario befinden, der europäische Bondmarkt bleibt völlig fehlbewertet und die Immobilienblase in deutschen Ballungsräumen bläht sich weiter auf.
Wie lange dieses riskante Spiel der Zentralbanken noch weitergeht bleibt die wichtigste Frage im Börsenjahr 2013. Gewinnentwicklung der Unternehmen, makroökonomische Rahmenbedingungen - alles Nebensache! Vor diesem Hintergrund ist das FOMC-Meeting am 17en und 18en September das Schlüßelereignis des Monats. Bernanke steht vor seiner Ablösung und ich erwarte nicht, daß er zu seinem Amtsende die Märkte überraschen wird.
MEINE STRATEGIE Die Hausse lebt weiter von den Notenbanken. Diese Abhängigkeit stimmt mich skeptisch, der DAX notiert aus meiner Sicht auf viel zu hohem Niveau! Daher empfehle ich weiterhin tendentiell auch gegen den Trend Short-Engagements. Die Korrektur an der WallStreet in den letzten Wochen gibt mir recht. Aber: Sollten die US-Indizes fürs erste ihren Boden gefunden haben und der DAX die 8K Marke bis Ende September behaupten, dann sehe ich gute Chancen für einen neuen Spike mit neuen Hochs um die 9K im letzten Quartal 2013 - wenn auch ohne jede fundamentale Basis.
In diesem Sinne, alles bleibt möglich. Ich verabschiede mich in den Urlaub und melde mich im Oktober zurück.
Freitag, 30. August 2013
02. bis 06. September
DIESE WOCHE Die seit März 2009 andauernde globale Aktienhausse gerät ins Stocken. Das fundamentale Umfeld verdüstert sich: Das vielleicht drohende Ende der Ultra Easy Monetary Policy wirkt bereits jetzt destabilsierend - dabei laufen die Druckerpressen der FED und EZB noch auf Hochtouren. Dennoch wird aus den weltweit aufgeblähten Asset-Preisen sukzessive die erste Luft abgelassen. Am härtesten trifft das aktuell die Finanzmärkte der Schwellenländer. Sie taumeln auch in der abgelaufenen Woche weiter Richtung Abgrund. Sollten Staaten wie Indien oder die Türkei dauerhaft in die Krise abrutschen, wären im Zeitalter der Globalisierung Folgewirkungen für die Weltwirtschaft unausweichlich. In diesem schwierigen Szenario kommt die Syrien-Krise zum ungünstigsten Zeitpunkt. Zwar muß der offensichtlich für die nächsten Tage geplante Militärschlag gegen das Assad-Regime keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Börsen haben, die schwer auszurechnende Reaktion Syriens oder seiner indirekt Verbündeten schafft aber Unsicherheit. Last but not least gießen die Republikaner in Washington frisches Öl ins Konjunktur-Feuer und drohen mit einem erneuten US-Haushaltsboykott bzw. einer Zuspitzung des Budget-Streits im Oktober. Fazit: Die Korrektur der globalen Aktienindizes in letzten Wochen ist absolut gerechtfertigt!
Ein Blick auf die kommende Woche zeigt, daß sich bereits am Donnerstag im Rahmen der EZB-Sitzung die Stimmung -zumindest kurzzeitig- aufhellen könnte. Die Zinsen der Euro-Peripherie steigen die letzten Wochen stetig an und so wird Weihnachtsmann Mario Draghi in gewohnter Manier mit aggressiver Lockerungs-Rhetorik und kleinen neuen Geldgeschenken dagegen halten so gut es geht! Bereits am Freitag folgt darauf der US-Arbeitsmarktbericht für August und diesem ist noch mehr Beachtung beizumessen als sonst: Die Drosselung von QE schwebt über den Märkten, ein schwacher Jobreport könnte den Zeitpunkt eines Strategiewechsels für unbestimmte Zeit verschieben und die Märkte damit zusätzlich beruhigen.
MEINE STRATEGIE Die DAX-Korrektur fällt im internationalen Vergleich noch immer sehr gemäßigt aus, zumindest konnte aber Key-Support bei 8.225 gebrochen werden, das (aktuelle) Wochen-Low bei 8.095 im FDAX interpretiere ich als ersten Schritt zurück in die Realität. Wie letzte Woche angekündigt, habe ich am Dienstag im Bereich um 8.300 aggressive Short-Positionen eröffnet. Über die Hälfte der Position wurde von mir soeben wieder eingedeckt. Meine Sorge: Sollten die USA am Wochenende ihren limited strike gegen Syrien durchführen, könnte das Ende der Operation am Montag von den Börsen bejubelt werden. Ausserdem kannst Du als Bär im Vorfeld einer Draghi-PK gar nicht vorsichtig genug sein.
Ein Blick auf die kommende Woche zeigt, daß sich bereits am Donnerstag im Rahmen der EZB-Sitzung die Stimmung -zumindest kurzzeitig- aufhellen könnte. Die Zinsen der Euro-Peripherie steigen die letzten Wochen stetig an und so wird Weihnachtsmann Mario Draghi in gewohnter Manier mit aggressiver Lockerungs-Rhetorik und kleinen neuen Geldgeschenken dagegen halten so gut es geht! Bereits am Freitag folgt darauf der US-Arbeitsmarktbericht für August und diesem ist noch mehr Beachtung beizumessen als sonst: Die Drosselung von QE schwebt über den Märkten, ein schwacher Jobreport könnte den Zeitpunkt eines Strategiewechsels für unbestimmte Zeit verschieben und die Märkte damit zusätzlich beruhigen.
MEINE STRATEGIE Die DAX-Korrektur fällt im internationalen Vergleich noch immer sehr gemäßigt aus, zumindest konnte aber Key-Support bei 8.225 gebrochen werden, das (aktuelle) Wochen-Low bei 8.095 im FDAX interpretiere ich als ersten Schritt zurück in die Realität. Wie letzte Woche angekündigt, habe ich am Dienstag im Bereich um 8.300 aggressive Short-Positionen eröffnet. Über die Hälfte der Position wurde von mir soeben wieder eingedeckt. Meine Sorge: Sollten die USA am Wochenende ihren limited strike gegen Syrien durchführen, könnte das Ende der Operation am Montag von den Börsen bejubelt werden. Ausserdem kannst Du als Bär im Vorfeld einer Draghi-PK gar nicht vorsichtig genug sein.
Freitag, 23. August 2013
26. bis 30. August
DIESE WOCHE Der August 2013 steht vor seiner letzten Woche, darf aber schon jetzt als einer der merkwürdigsten Handelsmonate der letzten Jahre bezeichnet werden. Ob der ungewißen Zukunft über die geldpolitischen Rahmenbedingungen liefern die Aktienbörsen weltweit ein diffuses Bild: Gängige Marktkorrelationen werden vollständig ausgehebelt. Während die US-Börsen einen losing streak verkraften müßen und die Indizes und Währungen der Emerging Markets Asiens angesichts des drohenden Endes von QE in Turbulenzen geraten, steht in Europa bis jetzt eine positive Monatsbilanz zu Buche. Dabei ist bei den Anleihe-Zinsen der Euro-Peripherie in den letzten Tagen ein merklicher Anstieg zu verzeichnen - nach dem Korrelations-Muster der letzten Jahre wäre das eine klare Indikation für eine Korrektur-Phase europäischer Indizes... im August 2013 gelten aber scheinbar andere Gesetze! Aushängeschild der Europa-Hausse bleibt Frankfurt: Insbesondere am Donnerstag zeigen sich die DAX-Bullen wieder mal in Höchstform und kaufen den DAX-Future vom Opening weg 200 Punkte nach oben - so bleibt die Unterstützung bei 8.225 beinhart bestehen, ich ziehe meinen Hut!
Zweite Merkwürdigkeit in diesem Monat: Die technischen Systeme spielen verrückt! Ausgelöst von technischen Fehlern schwankte der chinesische Leitindex vorletzte Woche um 7% binnen einer Stunde. Goldman Sachs wirbelte vor wenigen Tagen mit falsch programmierten Trades den US-Optionshandel durcheinander und die Nasdaq gibt gestern über Stunden vollständig ihren Geist auf. Mein Fazit: Der Finanzmarkt ist über-technisiert und v.a. über-programmiert. Mehr Mensch und weniger Maschine im taktischen Asset Management und im Trading wäre ein Segen!
MEINE STRATEGIE Als (Mensch oder Maschine-) Trader versuchst Du Muster zu erkennen und daraus das wahrscheinlichste Kurs-Szenario für die Zukunft zu erarbeiten. Das aktuelle DAX-Muster läßt sich seit Mitte Juli als "Handlesrange mit aggressiven Bewegungen zwischen 8.225 und 8.450" beschreiben. Meine Strategie im Rahmen dieses Musters war es, DAX-Calls am oberen Rand der Spanne zu shorten. Wer (doppelt klüger als ich) zusätzlich am unteren Rand der Spanne Puts geshortet hat, der hat alles richtig gemacht. Mein Gefühl sagt mir, daß die DAX-Trading-Range und damit die Strategie von Stillhalter-Positionen auf DAX-Optionen bald ausgedient hat.
Für einen Ausbruch nach oben spricht die gestern angedeutete Zwischenerholung der US-Märkte. Sollte sich die Wall Street bis in den Spetember hinein weiter stabilisieren, werden wir im DAX neue Höchstände im Bereich 8.650 bis 8.800 sehen. Sollte aber die Zwischenerholung an der Wall Street bereits nächste Woche beendet sein, so wird der DAX den nächsten Test seines Key-Supports bei 8.225 nicht bestehen. Das zweite Szenario wird von mir leicht favorisiert, aus jetziger Sicht ist es aber zu früh um sich Short zu positionieren. Fazit: Keine Position jetzt, neue Shorts im Bereich um 8.300, Ausbruch nach oben intraday mit kurzfristigen Long-Positionen traden.
Zweite Merkwürdigkeit in diesem Monat: Die technischen Systeme spielen verrückt! Ausgelöst von technischen Fehlern schwankte der chinesische Leitindex vorletzte Woche um 7% binnen einer Stunde. Goldman Sachs wirbelte vor wenigen Tagen mit falsch programmierten Trades den US-Optionshandel durcheinander und die Nasdaq gibt gestern über Stunden vollständig ihren Geist auf. Mein Fazit: Der Finanzmarkt ist über-technisiert und v.a. über-programmiert. Mehr Mensch und weniger Maschine im taktischen Asset Management und im Trading wäre ein Segen!
MEINE STRATEGIE Als (Mensch oder Maschine-) Trader versuchst Du Muster zu erkennen und daraus das wahrscheinlichste Kurs-Szenario für die Zukunft zu erarbeiten. Das aktuelle DAX-Muster läßt sich seit Mitte Juli als "Handlesrange mit aggressiven Bewegungen zwischen 8.225 und 8.450" beschreiben. Meine Strategie im Rahmen dieses Musters war es, DAX-Calls am oberen Rand der Spanne zu shorten. Wer (doppelt klüger als ich) zusätzlich am unteren Rand der Spanne Puts geshortet hat, der hat alles richtig gemacht. Mein Gefühl sagt mir, daß die DAX-Trading-Range und damit die Strategie von Stillhalter-Positionen auf DAX-Optionen bald ausgedient hat.
Für einen Ausbruch nach oben spricht die gestern angedeutete Zwischenerholung der US-Märkte. Sollte sich die Wall Street bis in den Spetember hinein weiter stabilisieren, werden wir im DAX neue Höchstände im Bereich 8.650 bis 8.800 sehen. Sollte aber die Zwischenerholung an der Wall Street bereits nächste Woche beendet sein, so wird der DAX den nächsten Test seines Key-Supports bei 8.225 nicht bestehen. Das zweite Szenario wird von mir leicht favorisiert, aus jetziger Sicht ist es aber zu früh um sich Short zu positionieren. Fazit: Keine Position jetzt, neue Shorts im Bereich um 8.300, Ausbruch nach oben intraday mit kurzfristigen Long-Positionen traden.
Freitag, 16. August 2013
19. bis 23. August
DIESE WOCHE Sommerlethargie an der Eurex - meine im letzten Post geäußerte Hoffnung auf anziehende Umsätze wurde erneut bitter enttäuscht. Die Tagesumsätze in den Index-Futures lagen Mitte der Woche auf der Hälfte des üblichen Handelsniveaus und die Allgorithmen blieben weitgehend unter sich. Dieses Umfeld liefert bizarre Ergebnisse: Support-Zonen werden im DAX hart verteidigt; am Montag konnte der zentrale Support bei 8210-35 gehalten werden und selbst das von Montag auf Dienstag eröffnete Mini-Gap im DAX-Future bei 8.360 erweist sich bis Donnerstag nachmittag als beinharte Unterstützung. Weder die Ägyptenkrise noch ein massiver Abverkauf in den US-Indizes (der Dow Jones notiert 500 Punkte unter seinem All-Time-High von Anfang August!) setzen die europäischen Indizes bis dato (Stand Freitag 9:30Uhr) wirklich unter Druck.
Fazit: Mechanische Handelssysteme sowie die Orders der großen Player können bei diesem Volumen den Markt massiv bewegen - ohne dabei wirkliche Aussagekraft zu haben. Der DAX tendiert aktuell zur Vorwoche seitwärts, der Eurostoxx dümpelt in diesem Umfeld sogar weiter nach oben. Die relative Stärke der Euro-Peripherie hat Dank der EZB auch in dieser Woche Bestand. Die BIP-Daten einiger Euro-Staaten, so auch Deutschlands, überraschen positiv; die Bild-Zeitung feiert bereits das Ende der Euro-Krise und titelt "Bip Bip, Hurra!" - wer das albern findet sollte einen Blick auf die Charts europäischer Indizes werfen und wird feststellen: An der Börse gilt dieses alberne Credo bereits seit dem Draghi-Statement im Sommer letzten Jahres!
MEINE STRATEGIE Die Musik spielt aktuell am Rentenmarkt und in den US-Index-Futures! Der Bund-Future hat die Gewinne seiner Zwischen-Ralley wieder komplett abgegeben und notiert (wie von mir vor 2-3 Wochen prognositziert) um die 140. Mein erstes Kursziel im Bund ist somit bestätigt. Parallel zum Renditeanstieg ist die Schwäche der US-Indizes absolut bemerkenswert, war doch die Wall-Street bis Anfang August Motor der weltweiten Börsenhausse.
Die relative Stärke des DAX in diesem Umfeld beeindruckt mich. Ob sich diese bestätigen wird wenn das Volumen in den Markt zurückkehrt bleibt abzuwarten. Eine große Sell-Order kann den DAX bei diesem Light-Trading binnen 30 Minuten 100 Punkte nach unten drücken - gefährlich! So oder so scheint die Bullen im Bereich um 8.450 der Mut zu verlassen, für meine Short-Position auf DAX Calls Basis 8.500 perfekt. Um einen erneuten, aggressiveren Short-Versuch über Futures zu wagen brauche ich im mehr Volumen und die Gewißheit, daß neben programmierten Systemen zumindest ein paar Hedge-Fund-Trader im Markt sind. Die 92K an der Eurex gehandelten Kontrakte im DAX-Future von Donnerstag sind immerhin ein erstes Lebenszeichen...
Fazit: Mechanische Handelssysteme sowie die Orders der großen Player können bei diesem Volumen den Markt massiv bewegen - ohne dabei wirkliche Aussagekraft zu haben. Der DAX tendiert aktuell zur Vorwoche seitwärts, der Eurostoxx dümpelt in diesem Umfeld sogar weiter nach oben. Die relative Stärke der Euro-Peripherie hat Dank der EZB auch in dieser Woche Bestand. Die BIP-Daten einiger Euro-Staaten, so auch Deutschlands, überraschen positiv; die Bild-Zeitung feiert bereits das Ende der Euro-Krise und titelt "Bip Bip, Hurra!" - wer das albern findet sollte einen Blick auf die Charts europäischer Indizes werfen und wird feststellen: An der Börse gilt dieses alberne Credo bereits seit dem Draghi-Statement im Sommer letzten Jahres!
MEINE STRATEGIE Die Musik spielt aktuell am Rentenmarkt und in den US-Index-Futures! Der Bund-Future hat die Gewinne seiner Zwischen-Ralley wieder komplett abgegeben und notiert (wie von mir vor 2-3 Wochen prognositziert) um die 140. Mein erstes Kursziel im Bund ist somit bestätigt. Parallel zum Renditeanstieg ist die Schwäche der US-Indizes absolut bemerkenswert, war doch die Wall-Street bis Anfang August Motor der weltweiten Börsenhausse.
Die relative Stärke des DAX in diesem Umfeld beeindruckt mich. Ob sich diese bestätigen wird wenn das Volumen in den Markt zurückkehrt bleibt abzuwarten. Eine große Sell-Order kann den DAX bei diesem Light-Trading binnen 30 Minuten 100 Punkte nach unten drücken - gefährlich! So oder so scheint die Bullen im Bereich um 8.450 der Mut zu verlassen, für meine Short-Position auf DAX Calls Basis 8.500 perfekt. Um einen erneuten, aggressiveren Short-Versuch über Futures zu wagen brauche ich im mehr Volumen und die Gewißheit, daß neben programmierten Systemen zumindest ein paar Hedge-Fund-Trader im Markt sind. Die 92K an der Eurex gehandelten Kontrakte im DAX-Future von Donnerstag sind immerhin ein erstes Lebenszeichen...
Freitag, 9. August 2013
12. bis 16. August
DIESE WOCHE Gewinner der auslaufenden Woche sind die Indizes der Euro-Peripherie. Während der Deutsche Aktienindex und sogar die US-Märkte im Wochenvergleich abgeben, gelingt dem Eurostoxx 50 ein Test der Verlaufshochs von Mitte Mai. Die Renditen italienischer und spanischer Anleihen bröckeln wieder ab, die Regierungscheffs Südeuropas können sich also auch in Zukunft viel zu billig neu verschulden. Sich bei der EZB Geld zu leihen und damit in italienische, spanische oder portugiesische Anleihen zu höherem Zins zu investieren bleibt eine gewinnbringende Strategie für Investmentbanken, zumal dem Zinsaufschlag (also der klassischen Risikoprämie) kein wirkliches Ausfallrisiko gegenübersteht. Denn sollte es mit den Staatsanleihen eines Landes der Euro-Zone Probleme geben, dann kannst Du Dir als Bond-Trader sicher sein: Mario Draghi wird es schon richten!
Ansonsten bleibt die Woche nachrichtenarm und die Umsätze stagnieren auf erschreckend schwachem Niveau. Das könnte sich nächste Woche ändern, stehen doch eine Reihe neuer US-Makro-Daten an - vielleicht geben diese neuen Aufschluß über den Status Quo der US-Konjunktur und damit über die scheinbar alles entscheidende Frage: Wann wird die FED den Liquiditätswahnsinn drosseln?
MEINE STRATEGIE Intraday-Trading ist ein schweres Geschäft in diesen Tagen. Die schwachen Umsätze an den Terminbörsen machen Kursbewegungen noch unberechenbarer als sonst. Ein gutes Beispiel hierfür liefert der Bund-Future, der in den letzten Wochen mit aggressiven Moves aufwarten kann - letztlich aber um einen Steady State bei ca. 142,40 schwankt. Im DAX-Future waren schwache Umsätze in den letzten Monaten i.d.R. mit steigenden Kursen verbunden, entgegen diesem Muster schwächt sich das Aufwärts-Momentum dieses mal aber merklich ab. Mein letzte Woche angekündigter Short-DAX-Future-Einstieg wurde am Dienstag getriggert. Der Trade war erfolgreich und irgendwie auch wieder nicht. Einen Teil der Position konnte ich Dienstag Abend/Mittwoch mit gut 100 Punkten Profit eindecken. Der Teil der Position, der den großen Gewinn (Kursziel 8K) einbringen sollte ist aber bereits wieder ausgestoppt ohne das Kursziel erreicht zu haben. Immerhin verlieren meine geshorteten DAX-Calls stetig an Wert, die August-Position habe ich bereits wieder vollständig zurückgekauft. Im Gesamtbild favorisiere ich weiterhin ein Szenario fallender Kurse, mein DAX-Korrektur-Ziel für nächste Woche liegt bei 8.150.
Ansonsten bleibt die Woche nachrichtenarm und die Umsätze stagnieren auf erschreckend schwachem Niveau. Das könnte sich nächste Woche ändern, stehen doch eine Reihe neuer US-Makro-Daten an - vielleicht geben diese neuen Aufschluß über den Status Quo der US-Konjunktur und damit über die scheinbar alles entscheidende Frage: Wann wird die FED den Liquiditätswahnsinn drosseln?
MEINE STRATEGIE Intraday-Trading ist ein schweres Geschäft in diesen Tagen. Die schwachen Umsätze an den Terminbörsen machen Kursbewegungen noch unberechenbarer als sonst. Ein gutes Beispiel hierfür liefert der Bund-Future, der in den letzten Wochen mit aggressiven Moves aufwarten kann - letztlich aber um einen Steady State bei ca. 142,40 schwankt. Im DAX-Future waren schwache Umsätze in den letzten Monaten i.d.R. mit steigenden Kursen verbunden, entgegen diesem Muster schwächt sich das Aufwärts-Momentum dieses mal aber merklich ab. Mein letzte Woche angekündigter Short-DAX-Future-Einstieg wurde am Dienstag getriggert. Der Trade war erfolgreich und irgendwie auch wieder nicht. Einen Teil der Position konnte ich Dienstag Abend/Mittwoch mit gut 100 Punkten Profit eindecken. Der Teil der Position, der den großen Gewinn (Kursziel 8K) einbringen sollte ist aber bereits wieder ausgestoppt ohne das Kursziel erreicht zu haben. Immerhin verlieren meine geshorteten DAX-Calls stetig an Wert, die August-Position habe ich bereits wieder vollständig zurückgekauft. Im Gesamtbild favorisiere ich weiterhin ein Szenario fallender Kurse, mein DAX-Korrektur-Ziel für nächste Woche liegt bei 8.150.
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