Freitag, 14. März 2014

17. bis 21. März

DIESE WOCHE      Letzte Woche wurden die geopolitischen Entwicklungen an der Wall Street noch gänzlich ignoriert - diese Woche ist die Sensitivität der US-Indizes für Nachrichten deutlich erhöht. Das wird erst einmal so bleiben! Der Faktor "Unsicherheit" ist für mich nach der scharfen Korrektur der letzten Tage ausreichend eingepreist. Jetzt kurzfristig weiter short zu bleiben, hieße auf einen kriegerischen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland infolge des Referendums zu wetten. Wer jetzt mutig zukauft, wettet hingegen auf eine diplomatische Lösung. Ich halte mich bei sowas raus.

MEINE STRATEGIE   Meine kurzfristigen Kursziele im DAX (9.300 und 9K) sind schneller erreicht als gedacht. Gut so. Eine Wette auf osteuropäische Machtpolitik ist nicht mein Ding, darum stelle ich alle Short-Positionen glatt und genieße meinen Urlaub.

Donnerstag, 6. März 2014

10. bis 14. März

DIESE WOCHE      Die vor ca. 3 Wochen platzierte Meldung, der weltweit berüchtigte Investor George Soros habe eine in ihrem Umfang historische Wette gegen den S&P-Index abgeschlossen, hätte jeden Bären zur Vorsicht mahnen müssen. Schließlich findet ein Investor Kategorie Soros Mittel und Wege, sich an den offiziellen Börsengremien vorbei an den Märkten short oder long zu positionieren. Das offizielle Statement "hey Leute, ich (der Größte) bin jetzt short!" sollte wohl etwas anderes bewirken...anyway...Fakt ist: Seither kennt der S&P-Index nur eine Richtung - und die geht straight nach oben! Das kurze geopolitische Nervositäts-Intermezzo von Montag ausgenommen finden keine Intraday-Reversals mehr statt, der Markt steigt und steigt, 150 Punkte ohne Korrektur binnen weniger Wochen, zahlreiche neue All-Time-Highs inklusive. Das alles vollzieht sich vor dem Hintergrund sich eintrübender US-Makro- und Unternehmens-Daten, und auch die zumindest verbal vollzogene Abkehr der FED von ihrer Strategie der extremen Liquiditäts-Flutung kann die Hausse nicht bremsen. Ähnliches Bild im US-Tech-Segment: Die neuen Börsenstars produzieren wenig und kosten viel. Facebook ist weit mehr wert als viele DAX-Unternehmen, der Bezug zur Realität geht der Wall Street jeden Tag ein Stück mehr verloren.

MEINE STRATEGIE     Die geopolitischen Unruhen führten am Montag im späten Handel zum Erreichen meines ersten Korrektur-Zieles im FDAX. Das gab mir Gelegenheit einen Teil meiner Short-Position aufzulösen, den Rest erwischte es dann am Dienstag an meinem Einstieg knapp unter 9.500. Inzwischen regiert scheinbar wieder die ungezügelte Lust auf Risiko. Aber: Die US-Indizes sind völlig überkauft, in einem normalen Umfeld birgt eine Short-Position auf diesem Niveau (S+P 1880) ein sensationelles Chance/Risiko/Verhältnis. Berücksichtigt man die relative Schwäche des DAX, so könnten wir in Kürze noch einmal das Korrekturtief von Montag Abend in Angriff nehmen.

Ich verabschiede mich erst einmal in die Berge und melde mich Ende März zurück.


Samstag, 1. März 2014

03. bis 07. März

DIESE WOCHE      Ich will meinen kurzen Post diese Woche mit einem Gedankenspiel beginnen: Angenommen, mir würde der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht bereits heute vorliegen, so könnte ich dieses Insider-Wissen dennoch nicht zwingend in einen profitablen Trade umsetzen. Denn wie die Märkte letztlich auf einen eindeutig enttäuschenden oder die Erwartungen übertreffenden Report reagieren würden, bleibt völlig unberechenbar. Durchaus vorstellbar, dass der Report katastrophal ausfällt und wir nach 5 bis 10 Minuten Korrektur trotzdem wieder in einen neuen Kaufrausch verfallen, weil es vielleicht wieder irgendwo geregnet hat oder die FED jetzt doch wieder noch mehr Geld in die Börsen pumpen darf. Fazit: Insbesondere für die US-Börsen gilt weiterhin (ich zitiere meinen Post der letzten Woche): Die Finanzmärkte bleiben immun gegen Makro-Daten. In diesen Marktphasen nach rationalen Erklärungen zu suchen, macht wenig Sinn. Wie wir diese Woche in Europa erleben durften, kann sich die Sensitivität der Märkte auf fundamentale Daten aber jederzeit wieder erhöhen, und dann wird es wirklich spannend.

MEINE STRATEGIE    Angesichts des starken Momentums an der Wall-Street überraschte mich das neue Verlaufs-Tief im DAX unter 9.500 diese Woche absolut positiv. Ich bleibe bei meiner Einschätzung von letzter Woche: Der gröbste Irrsinn ist durch, die Märkte arbeiten sich sukzessive nach unten.

Freitag, 21. Februar 2014

24. bis 28. Februar

DIESE WOCHE     "Everyone is blaming the weather"  -  es klingt wie ein schlechter Witz, doch an dieses Motto halten sich zur Zeit die Investoren an der Wall Street. Die US-Konjunktur-Daten verschlechtern sich im Trend seit Wochen, in der auslaufenden Woche lagen alle veröffentlichten Daten zum Teil weit unter den Prognosen. Die zarte Hoffnung auf eine nachhaltige US-Konjunkturbelebung wird somit von den nackten Zahlen widerlegt. Dennoch notieren die Aktienindizes wieder an ihren All-Time-Highs, denn Schuld allein ist ja das Wetter. Die Grundlogik hat sich damit seit 2013 wenig verändert. Im letzten Jahr galt noch das Credo "bad news is good news" , da mit jeder schlechten Konjunkturzahl die Hoffnung auf weitere Geldspritzen der FED neu aufflammte. In diesem Jahr -das Tapering wird von der FED tendentiell beibehalten werden- müssen also neue abstruse Rechtfertigungen herhalten um den Kunden die laufende Hausse zu erklären - und wenn es nur das Wetter ist. Fakt ist (und jeder Händler an der Wall Street weiß das): Das Umfeld für Aktien ist miserabel und wird mit den dramatischen Kurzuwächsen und den daraus enstehenden Fehlbewertungen kontinuierlich schlechter. Dennoch steigen die Kurse, da die von mir in den letzten Monaten oftmals beschriebene Immunität der Finanzmärkte gegen fundamentale Daten wieder in den Vordergrund rückt. Betriebswirtschaftliche Bewertungsansätze sind nebensächlich, volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen werden ignoriert... es dominiert wieder die Jagd der Liquiditätsflut nach Rendite.

MEINE STRATEGIE     Nach wie vor sehe ich ein Ende des gröbsten Irrsinns unmittelbar bevorstehen. Mein wahrscheinlichstes Szenario: Die globalen Aktienindizes "arbeiten" sich (d.h. sukzessive und nicht in einem Rutsch) über die kommenden Wochen um ca. 10-15 Prozent nach unten. Mein Problem: Viele sind bearish - vielleicht zu viele!

Freitag, 14. Februar 2014

17. bis 21. Februar

DIESE WOCHE      In den drei Tagen von Freitag letzter bis Dienstag der heute auslaufenden Börsenwoche markierten die US-Börsen den stärksten 3-Tages-Zugewinn der letzten 12 Monate. Berücksichtigt man dass 2013 eines der stärksten Börsenjahre aller Zeiten war, ist diese Performance besonders bemerkenswert. Noch bemerkenswerter wirkt die Performance vor dem Hintergrund der Nachrichtenlage in diesem Zeitraum: Auf einen katastrophalen US-Jobreport am Freitag folgte das ernüchternde Statement der FED-Chefin, dass die FED ungeachtet schwacher Konjunktur weiter ihren Fuß vom Gas nehmen wird. An die Spitze der US-Börsen-Euphorie setzen sich die Notierungen an der Nasdaq, das Unternehmen Facebook beispielsweise erreicht eine astronomische Bewertung von weit über 100Mrd. Euro - ob sich für ein Geschäftsmodell dieser Art in 10 Jahren noch irgendein Internet-User /Konsument begeistern wird sei an dieser Stelle einmal offen gelassen... EMTV lässt grüßen. Im Sog der US-Börsen notiert auch der DAX wieder in Reichweite seines All-Time-Highs. Der DAX-Future kann vom Zwischentief letzter Woche über 7% (!!!)  in 5 Handelstagen zulegen - wer angesichts dieser Zahlen abstreitet, dass wir uns an den Aktienmärkten in einer spekulativen Blase befinden ist entweder naiv oder nimmt die richtigen Drogen. Mit dem Ausmaß der Übertreibung nach oben bekommen insbesondere langfristig ausgerichtete Investoren ein Problem, denn: Die Möglichkeit einer geordneten Korrekturbewegung wird immer unwahrscheinlicher. Es gilt mehr denn je der Grundsatz: Je länger die Blase läuft und je höher die Kurse gehen, desto blutiger wird der darauffolgende Absturz.

MEINE STRATEGIE     Meine Short-Positionen im DAX habe ich im Laufe der Woche ausgebaut. Mein Einstieg liegt jetzt im Mittel knapp unter 9.500, d.h. aktuell 150 Punkte Loss je Kontrakt. Trotz dieser extremen Konstellation bin ich von meiner Position absolut überzeugt - und genau hier liegt vielleicht die größte Gefahr. Sollten wir eine neue Dimension des Irrsinns erreichen und neue All-Time-Highs markieren werde ich die Position kurzzeitig egalisieren um sie dann umgehend neu zu eröffnen sobald der Irrsinn ins Stottern gerät. Meine zwei unmittelbaren Korrektur-Ziele im FDAX: (1) Das Gap bei 9.300   (2) Erneuter Test der 9K.    

Freitag, 7. Februar 2014

10. bis 14. Februar

DIESE WOCHE     Nach schwachem Start in die Woche stabilisiert sich der DAX-Future zur Wochenmitte bis zur EZB-Sitzung am Donnerstag, dann passiert das Unerklärliche. Binnen einer Sekunde (13:45:04) stürzt der FDAX um 200 Punkte. Über das Zustandekommen des Absturz kann man nur spekulieren - die Deutsche Börse indes war umgehend in der Lage sich festzulegen: Alles sei rechtmäßig abgelaufen und alle Trades bleiben gültig. Dennoch sah man sich von Seite der Börse gezwungen, den Handel um 3 Minuten zu unterbrechen - wenn doch alles so blitzsauber war scheint mir diese Maßnahme übertrieben. Black Box Eurex!
Ein paar Fakten zum Dax-Future-Flash-Crash von gestern (siehe dazu auch folgenden Link "http://www.nanex.net/aqck2/4557.html"): Der Absturz wurde durch eine Verkaufsorder von 1.500 Kontrakten ausgelöst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Eurex-Clearing-Mitglieder (je nach Verhandlungsgeschick) deutlich reduzierten Margin-Sätzen unterliegen. Entsprechend reichen bereits weit weniger als (nur) 10 Mio. Euro an Sicherheiten aus, um eine Order dieser Größenordnung zu platzieren. Bereits für einen kleinen Hedgefund stellt dieser Betrag kein Problem dar, für den Handelsdesk einer Bank sind das Peanuts. Unterstellt man, dass die Position um 13:45 eröffnet und über die darauffolgenden Stunden wieder gecovert wurde, so hätte der Trade ca. 3-4 Mio. Euro Loss verursacht. Diesem Loss könnte im Falle einer Investmentbank der Profit ausgegebener FDAX-Knock-Out-Produkte gegenüberstehen. FAZIT: Die Order wurde gezielt zu einem Zeitpunkt eingestellt, zu dem das Orderbuch bekanntermaßen extrem dünn ist und zu dem eine Order dieser Größenordnung Turbulenzen auslösen muss! Damit ist klar, dass der Trader entweder ein kompletter Idiot ist (möglich), oder der Absturz bewusst initiiert wurde (so verstehe ich das Statement der Deutschen Börse), um per Saldo in anderen Finanzprodukten abzukassieren.

MEINE STRATEGIE     Abgesehen von Marktmanipulationen dieser Art bleibt das Umfeld für Aktien schwierig. Draghi gibt sich überraschend hart und verweigert dem Markt neue Akut-Hilfen. Der soeben veröffentlichte US-Jobreport gibt beängstigende Aussicht auf den Zustand der US-Konjunktur nach vollständiger Beendigung von QE3. Darum empfehle ich die aktuelle Mini-Erholung zu nutzen um sich konsequent Short zu positionieren.  

Nachtrag @Marktmanipulation: "http://www.cnbc.com/id/101399063"

       

Freitag, 31. Januar 2014

03. bis 07. Februar

DIESE WOCHE       Die türkische Notenbank glänzt in der auslaufenden Woche mit strategischer Umsicht und verdoppelt mal eben ihren Leitzins - nackte Panik - die Wirkung an den Devisenmärkten verpufft natürlich umgehend! Immerhin ist es mir persönlich eine gewisse Beruhigung, dass wir mit Mario Draghi offensichtlich doch nicht den Maximum an Notenbank-Unfähigkeit erdulden müssen - ein Blick auf die Türkei zeigt: Es geht noch schlimmer! Der politische Grundgedanke hinter der restriktiven Maßnahme der türkischen Notenbank und der expansiven Strategie der EZB ist aber in der grundsätzlichen Denkweise völlig identisch: Strukturelle Ursachen werden ignoriert, dafür werden aber die Symptome unter Inkaufnahme massiver Folgerisiken bekämpft. Waren Notenbanker rund um den Globus vor zwei Jahrzehnten noch um Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit bemüht, so halten jetzt vorwiegend Ex-Investmentbanker die geldpolitischen Hebel in der Hand. Es darf mit Spannung erwartet werden, wohin uns dieser Wahnsinn führen wird. Vor diesem Hintergrund ist die konsequente Fortführung des Tapering durch die FED für mich etwas überraschend, die unmittelbare Gefahr der Devisen-Krise der Schwellenländer wird von der FED offensichtlich nicht zu dramatisch beurteilt.

Ein interessanter technischer Aspekt der (noch?) laufenden Aktienhausse wurde dieser Tage von Zerohedge veröffentlicht: Demnach liegt die Summe kreditfinanzierter Aktienkäufe an der Wallstreet inzwischen über den Levels vor den Börsen-Abstürzen in den Jahren 2008 und 2000. Zugegeben gibt es keinen absoluten Wert ab dem eine Kreditfinanzierung bei Börsengeschäften kritisch ist und per se eine Krise auslösen könnte. Geraten aber die Börsen erst einmal ins Taumeln, so werden viele über Kredit finanzierte Investoren gezwungen sein ihre Aktien abzugeben, denn es gilt: Der Margin Call kennt keine Gnade!

MEINE STRATEGIE     Das Umfeld hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft, der krasse Anstieg des Bund-Futures belegt die Zunahme der Risk-Aversion. Die Aktienindizes halten sich vor diesem Hintergrund relativ stabil. Der DAX-Future notiert aktuell (nur) 100 Punkte unter seinem Freitags-Close der Vorwoche, am Mittwoch wurden vorübergehend sogar wieder astronomische 9.550 Punkte erreicht. Es gibt also noch immer Käufer, die den Markt zwischenzeitlich aggressiv nach oben treiben. Diese Zwischenralleys sollten genutzt werden um Short-Positionen zu eröffnen. Mein erstes Minimal-Kursziel der Korrektur liegt weiter bei 9K, ein schneller Absturz um 500-800 Punkte binnen weniger Tage bleibt für Februar ein realistisches Szenario. Wir würden uns dann in einer Trading-Range um die 8.500 Punkte wieder finden.