Freitag, 15. März 2013

18. bis 22. März

DIESE WOCHE        Unverändertes Bild zu letzter Woche: Die Ralley an den globalen Aktienmärkten läuft weiter, v.a. an den US-Börsen geschieht das inzwischen in mehr oder weniger maßloser Art und Weise. Der Dow Jones Index steigt ohne Pullback an jedem Handelstag - sowas ist noch nie gut gegangen, der Blick auf den Langfrist-Chart läßt Böses ahnen. Noch trägt sich die Hausse aber selbst - das kann am Montag zu Ende sein, aber auch noch 2 -3 Monate ungezügelt weiterlaufen. An den Renten- und Devisenmärkten wird parallel ein vorsichtigeres Szenario gespielt als an den Aktienmärkten - das kann, muß aber kein Indikator für eine unmittelbare Trendwende sein!

MEINE STRATEGIE      Vor 12 Monaten drehte der DAX nach seiner Jahresanfangsralley und fiel über 3 Monate um knapp 1.500 Punkte. Ein Blick auf den daily DAX-Chart von 2012 zeigt, wie schwer der Wendepunkt dieser Trendumkehr zu timen war (Siehe dazu Blog-Einträge März/April 2012).

Wer von den Lesern dieses Blogs einen guten Timing-Indikator nutzt, bitte als Kommentar posten!

Für mich steht weiter fest, daß der Markt fallen wird. Im DAX erwarte ich einen Down-Move von 1-2K Punkten..  aber wann?  Darum bleibe ich bei meiner Empfehlung: Short-Positionen  kontrolliert und sukzessiv  eröffnen. Wenn der Markt schwächelt, Aggressivität erhöhen!

Freitag, 8. März 2013

11. bis 15. März

DIESE WOCHE       Die Asset-Price-Inflation hat ihr nächste Stufe erreicht! Der DAX notiert über 8.000 Punkten - das Rekordhoch liegt in Reichweite. Der Dow Jones Index, prominentester Aktienindex weltweit und Stimmungsindikator für die globalen Kapitalmärkte markiert in der abgelaufenen Woche bereits mehrfach neue Rekordstände. Das Momentum deutet auf eine Fortsetzung der Hausse hin - befinden wir uns aber wirklich im bestmöglichen Umfeld für Aktien??    Ein kurzer Blick auf die Fakten:

Die soeben abgelaufene Berichtssaison zeigt, daß ein Großteil der US-Unternehmen in ihrer Gewinnentwicklung -nach schwachem Vorquartal- wieder in die Spur gefunden hat. In Europa bleibt das Gesamtbild bei den Blue Chips diffus. Die Automobilindustrie kränkelt, die Finanzinstitute weisen erschreckend volatile Bilanzergebnisse aus, dabei sind die Risiken ihrer Bücher noch bei weitem nicht vollständig offengelegt. Zahlreiche deutsche DAX-Werte indes weisen starke Gewinne aus. Generell vorsichtig stimmt dabei, daß positive Gewinnentwicklung i.d.R. weniger durch Umsatzsteigerungen sondern durch Effizienzsteigerungen erwirtschaftet werden; dies gilt sowohl für Blue Chips in den USA als auch in Europa. Fazit No.1 (Status Quo): Viele deutsche und us-amerikanische Blue Chips sind gut im Weltmarkt positioniert und ihre Ertragslage ist absolut okay (zumindest wenn man ein Auge zudrückt). Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven?

Maßgeblich für die Antwort auf diese Frage bleibt der konjunkturelle Ausblick. Trotz meiner Wertschätzung für Optimismus, Fakt ist: Die Welt-Konjunktur lahmt und das makroökonomische Umfeld hat sich angesichts des Sequester-Szenarios in der vergangenen Woche für die USA weiter verdüstert. Der Euro-Raum und damit Deutschland bleiben labil, die Prognosen für die kommenden Monate sind kritisch. Lediglich das von Seiten der FED, EZB, BoJ u.a. im Verbund organisierte, größte geldpolitische Expansionsprogramm aller Zeiten kann offensichtlich ein Abgleiten der führenden Industrienationen in die Rezession verhindern. China hat als permanenter Wachstumsmotor seinen Zenit weit überschritten.
Fazit No. 2 (Ausblick): Alle globalen Blue-Chips werden in ihrer weiteren Gewinnentwicklung mittel- und langfristig durch das schwache Makro-Umfeld belastet! Wer versucht das Glas in diesem Punkt halbvoll zu sehn ist auf mindestens einem Auge blind!

Das Big Picture zeigt also, daß wir momentan von einem Best-Case-Umfeld für Aktien meilenweit entfernt sind. Die Hausse bleibt zu 90% liquiditätsgetrieben. Das weitere Vorgehen von FED und EZB wird jetzt noch sensibler von den Märkten wahrgenommen werden, da auf diesem Niveau nur noch mehr billiges Geld die Hausse aufrecht erhalten kann. Aber: Die Protagonisten der Geldpolitik (siehe Draghi am Donnerstag) sind sich dieser Aufmerksamkeit bewußt. Sie müßen und werden in dieser vertrackten Konstellation versuchen, das Spiel solange wie möglich aufrecht zu erhalten.

MEINE STRATEGIE    Der Test der Index-Alltime-Highs wurde von mir immer als realistisches Szenario gehandelt. Nach der Blase am Bond-Markt beginnt sich jetzt auch die Blase an den Aktienmärkten zu füllen und der Ausgang dieses Spiels ist uns allen bekannt: Ein Blick auf den 15-Jahres-Chart im DAX zeigt, was in den kommenden Monaten und Jahren bevorstehen könnte (aber nicht muß!). Erneut scheinen die Notenbanken eine tragische Rolle einzunehmen. Ich empfehle dazu den (von der Dallas FED! publizierten) Artikel von William White "http://dallasfed.org/assets/documents/institute/wpapers/2012/0126.pdf".

Fazit No.3 (Strategie):  Auf diesen Niveaus sollten gegen den Trend sukzessive erste Langfrist-Short-Posiitonen aufgebaut werden!

Samstag, 2. März 2013

04. bis 08. März

DIESE WOCHE       Es gab schon langweiligere Zeiten an der Börse. Der FDAX beendet den Handel am Freitag minimale 17 Punkte höher als in der Vorwoche und verharrt letztlich in seiner Spanne zwischen 7.600 und 7.800 Punkten, dazwischen geht es aber ordentlich zur Sache. Das Marktmomentum variiert in kürzester Zeit zwischen euphorischem Kaufrausch und panikartiger Nervosität - die Ampeln flackern zwischen rot und grün hin und her - Gelbphasen Fehlanzeige. Im Ergebnis notieren DAX und andere Leitindizes deutlich höher als in diesem Umfeld zu erwarten wäre: Die Euro-Krise ist nach der Italien-Wahl wieder in den Fokus gerückt und das gestern ausgelöste Sequester-Szenario in den USA wird das Wachstum der US-Wirtschaft nach Schätzungen um voraussichtlich 0.5 Prozent im Jahr belasten. Harter Tobak, trotzdem zeigen sich die Aktienmärkte unbeeindruckt, das Verlaufsmuster dieser Tage bleibt sich treu: Schlechte Nachrichten werden zwar kurzfristig in den Kursen verarbeitet - aber nur für maximal 24 Stunden. Danach folgt umgehend die nächste Reversal Ralley zurück in Nähe der (bzw. in den USA auf neue) Jahreshöchstände. Die Taschen der Investoren sind offensichtlich weiterhin prall gefüllt mit billigem Geld, das investiert werden muß. Am Anleihemarkt zeigt sich indes ein komplett anderes Bild - hier dominiert wieder die "Flucht in Sicherheit". Die Futures deutscher Anleihen steigen rasant und stehen knapp unter ihren historischen Hochs, parallel rutscht der BTP-Future auf italienische Anleihen nach seiner sinnfreien Hoffnungs-Ralley am Montag um zwischenzeitlich 700 (!) Basispunkte nach unten.

FAZIT: Am Renten - und Devisenmarkt steigt die Risikoaversion. Das Geld fließt aus `Risiko` zurück in `Sicherheit`. Am Aktienmarkt bleibt die Risikoaversion hingegen gering und die Investoren setzen immer wieder auf (ausbleibende) Best-Case-Szenarien. Das klingt schizophren, entspricht im Moment aber der Realität.

MEINE STRATEGIE       The one thing about the markets is it doesn't matter until the day it matters. That's just the way markets work.  Diese simple Weisheit gilt in Zeiten billigen Geldes besonders. Den letzten schmerzlichen Beleg dieser Weisheit mußten Anleger im August 2011 hinnehmen, als der DAX binnen eines Monats ohne akuten Anlaß 2.000 Punkte absackte - es wurde damals lediglich in kürzester Zeit das über Wochen und Monate angestaute Ungleichgewicht zwischen schlechten Fundamentaldaten und hohen Kurslevels abgebaut. Im Moment zeigt sich eine ähnlich Konstellation: Die Fakten sind allen bekannt, die Kurse steigen trotzdem weiter... until the day it matters!

FAZIT:  Den Aktienmärkten steht ein Kursrutsch bevor. Je länger sich das Ungleichgewicht aufbaut, desto dramatischer wird dieser ausfallen. Ein Test der All-Time-Highs im Vorfeld bleibt ein realistisches Szenario.  

Samstag, 23. Februar 2013

25.02. bis 01.03.

DIESE WOCHE       Die strategische Ausrichtung der führenden Notenbanken bleibt das beherrschende Thema an den Börsen. Der Wirkungsmechanismus bleibt dabei sehr simpel: Vorsichtige Aussagen von Seiten der Geldpolitik schicken die Aktienkurse umgehend auf Talfahrt und verschieben die Kurse am Devisenmarkt in Richtung des vermeindlich restriktiveren Währungsraums. So auch in der abgelaufenen Woche. Die vage Andeutung der FED, den Fuß minimal vom Gaspedal zu nehmen belastet v.a. die US-Indizes - der DAX kann im Vergleich seine relative Schwäche etwas korrigieren - beidseitig des Atlantiks scheinen aber grundsätzliche Zweifel an der Nachhaltigkeit der laufenden Liquiditäts-Hausse aufzukommen.

Abgeleitet von der Euro-Schwäche der letzten Tage wird die Wahl in Italien von Börsenkommentatoren als großes Thema gespielt, ein Blick auf die unvolatil seitwärts laufenden Kurse italienischer Anleihen zeigt indes ein anderes Bild: Zum einen erwartet der Markt kein Worst-Case-Szenario und zum anderen ist es offensichtlich nebensächlich, wer in Italien an der Macht ist, solange die EZB als Risiko-Nehmer an den europäischen Kreditmärkten funktioniert! Selbst die laufende Berichtssaison der DAX-Unternehmen beeinflußt die Kurse nur auf kurze Sicht - die Dominanz der Geldpolitik ist im Moment einfach zu groß!

MEINE STRATEGIE    Ich bleibe bei meiner Einschätzung von letzter Woche, die Schwächephase der US-Indizes werte ich als Bestätigung. Zwischen den Zeilen scheint sich eine marginal restriktivere Strategie der FED und der EZB abzuzeichnen. Fazit: Fallende Kurse im DAX in den nächsten Wochen, Short-Positionen sind um das Niveau 7.830 abzusichern. 



    

Freitag, 15. Februar 2013

18. bis 22.Februar

DIESE WOCHE        Die US-Indizes starten das Börsenjahr 2013 bis jetzt mit einem beeindruckenden "winning streak". Die auslaufende Berichtssaison zeigt, daß die Gewinne der US-Unternehmen im 4en Quartal wieder besser gelaufen sind als von Analysten erwartet und v.a. besser als im katastrophalen Vorquartal. Auf der Makro-Ebene hingegen zeichnet sich ein düsteres Bild: Der für die Binnenkonjunktur maßgebliche Arbeitsmarkt stagniert seit Jahren auf schlechtem Niveau und das BIP der USA ist im letzten Quartal sogar um 0,1 Prozent geschrumpft, diverse Konjunkturindikatoren zeichnen ein gemischtes Bild, verweisen aber keineswegs auf einen sicheren Konjunkturaufschwung. Mit anderen Worten: Die US-Wirtschaft kommt nicht in Fahrt obwohl sie von der FED seit Jahren mit Geld geflutet wird. Die Notenbank-Maßnahmen verpuffen oder sie verhindern lediglich das Abrutschen in eine tiefe Rezession. Immerhin sind inflationäre Auswirkungen der riskanten Geldpolitik bis jetzt nur bei Asset-Preisen zu erkennen. Fazit: Der Status Quo der US-Wirtschaft widerspricht dem Blick auf die Kurstafeln der US-Börsen dieser Tage. An der Wall Street wird der Status Quo unsinnigerweise als Best-Case-Szenario gefeiert. Es hagelt beinahe täglich neue Multi-Year-Highs in den führenden Indizes und glaubt man Trading-Desks, so steht noch eine Großzahl potentieller Investoren an der Seitenlinie - sehnsüchtig auf eine Gelegenheit zum Einstieg wartend. Aktuell verläuft die Hausse an der Wall Street in "Baby-Steps":...in kleinen Schritten unter schwachem Volumen. Sollte es dem DowJones gelingen diese Struktur zu durchbrechen und die 14K Marke unter starkem Volumen deutlich hinter sich zu lassen, dann würde an den US-Märkten wohl die letzte Zurückhaltung fallen. Die Bernanke-Bubble nimmt langsam gefährliche Ausmaße an!

Im Sog der US-Hausse schienen die europäischen Börsen zu Beginn der Woche wieder steil nach oben zu laufen, der Wochenausklang zeigt aber ein anderes Bild: Europas Aktienmärkte und der DAX bleiben nervös. Sollte die Unterstützung aus den USA wegfallen, droht ein beschleunigter Absturz.

MEINE STRATEGIE      Fundamentaldaten nehmen nur vereinzelt Einfluß auf die Kurse - keine untypische Konstellation zu Beginn eines Handelsjahres. Fest steht: Ohne Nervosität in den USA wird sich auch im DAX mittelfristig keine Nervosität im Markt halten können. Mein `Big Picture` zum jetzigen Zeitpunkt:

Szenario 1: Die Hausse läuft in den nächsten Wochen weiter, mit neuen All-Time-Highs in DAX und Dow Jones. Dieses Szenario würde aus meiner Sicht einen crash-ähnlichen Absturz im Spätsommer nach sich ziehen.

Szenario 2: Die Märkte besinnen sich auf die Fakten und bröckeln vom jetzigen Niveau über mehrere Monate ab. Dieses Szenario würde einen nachhaltigen Anstieg zum späteren Zeitpunkt begünstigen und sollte somit von Bullen, trotz der vorübergehend anstehenden Schwächephase, favorisiert werden. Ich halte diese Variante für wahrscheinlicher, die Expansionswut der Notenbanken bleibt aber ein Unsicherheitsfaktor.

FAZIT: Die aktuellen Niveaus sollten gegen den Trend für Short-Positionen genutzt werden!




Samstag, 9. Februar 2013

11. bis 15. Februar

DIESE WOCHE      Die Zinsen für Italien und Spanien steigen wieder und bringen damit ein Stück Realitäts-Sinn zurück an die Börsen, denn die Struktur-Krise in der Euro-Peripherie ist genauso verfahren wie vor 12 Monaten. Dank der EZB-Liquiditätsspritze in Höhe von einer Billionen Euro zu Beginn des Jahres 2012 sowie der fortlaufenden Absichtserklärungen Mario Draghis und europäischer Regierungscheffs, den Euro und jedes Mitgliedsland um jeden Preis zu halten, konnten die Neuverschuldungskosten in der Euro-Peripherie in den letzten Monaten massiv gesenkt werden. Damit war ein Sypmtom der Krise effektiv bekämpft, die strukturellen Ursachen blieben aber unangetastet. Letztendlich scheinen sich die Märkte jetzt wieder auf die nakten Fakten zu besinnen und die zeigen: Spanien, Italien, Portugal und v.a. Griechenland stecken tief in der Rezession bei parallel ausufernden Fiskaldefiziten. 

Die Re-Fokussierung auf Europa sorgt für frische Nervosität an Europas Anleihe- und Aktienmärkten. Eurostoxx und DAX gehen nach ihrer aggressiven Ralley in eine Korrektur über - mehr ist aber bis jetzt nicht passiert. Ein Blick auf den 12-Monats-Chart relativiert den "Absturz" der letzten Woche. Nach den eher gemütlichen Korrektur-Phasen des letzten Jahres überrascht aber das aggressive Momentum der Bewegung. Dieses Muster wird uns für die nächsten Wochen erhalten bleiben: Aufwärtsbewegungen verlaufen stetig aber verhalten, nach unten geht es schnell und aggressiv!

MEINE STRATEGIE      Die Märkte bleiben für mich schwer zu lesen. Nachrichten, die an einem Tag völlig ignoriert werden, können am Folgetag Panik auslösen. Die Korrelation zwischen den führenden Aktienindizes weltweit ist unsinnigerweise vorübergehend komplett ausgesetzt: Während der Nikkei-Index am Mittwoch fast 4% zulegt, geben Europas Börsen am selben Tag nahezu 2% ab. Unbeeindruckt vom Rest der Welt und die eigenen Probleme konsequent ignorierend laufen die US-Indizes stetig nach oben.

Fazit: Meine Korrektur-Ziele im DAX sind sauber erreicht worden, der von mir letzte Woche empfohlene Stop bei 7.750 war sinnvoll. Chance aber auch Gefahr droht von Seiten der Wall Street: Die Bernanke-Hausse ist sehr stabil und könnte auch Europas Börsen wieder zurück in die Spur Richtung All-Time-Highs führen. Aber: Trotz aller Pseudo-Stabilität sind die US-Indizes völlig überkauft und werden irgendwann in den nächsten Wochen kippen. Das Rückschlagspotential im S&P sehe ich bei 25%, getriggert werden könnte die Korrektur durch den schwelenden Haushaltsstreit oder Bonitätsabstufungen. In diesem Szenario steht der DAX weit unter 7K.



Freitag, 1. Februar 2013

04. bis 08. Februar

DIESE WOCHE      Auch in der abgelaufenen Woche bleiben die Kapitalmärkte von der Geldpolitik dominiert: Unternehmensergebnisse beeinflußen die Kurse nur in Nuancen, Makro-Daten werden lediglich in ihrer Relevanz auf geldpolitische Entscheidungen bewertet - die Frage, die wirklich zählt, lautet: `Wer pumpt wann wieviel frisches Geld in die Märkte?`

Im Expansions-Wettstreit der Notenbanken hat die US-Notenbank wieder die Nase vorn: Während das FED-Statement vom Mittwoch eine unbegrenzte Fortsetzung des monatlichen Anleihekaufprogramms in Aussicht stellt, beschränkt sich die EZB seit Monaten auf vollmundige Rhetorik. Die nakten Zahlen zeigen aber: Die EZB hat ihr Anlagevermögen seit Mitte 2012 um 5% reduziert - das AV der FED ist im selben Zeitraum um 5% gestiegen. Mit anderen Worten: Die EZB-Strategie dieser Tage lautet `große Klappe - nix dahinter` während die FED (unter vollem Risiko und ohne Rücksicht auf Inflation) das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt hält. Als bizarrer Auswuchs dieser Entwicklung steigt der Euro trotz ungebremster Struktur-Krise in der Euro-Peripherie gegen den schwächelnden US-Dollar in den letzten Tagen massiv an. Die gängige Interpretation nahezu aller Börsenkommentatoren und erschreckend vieler Devisenanalysten, der Euro würde gegen den USD steigen, weil durch die Abschwächung der Euro-Krise zuvor abgezogenes Geld in den EuroRaum zurückfließt, ist kompletter Unsinn! Vielmehr wird an den Märkten aktuell darauf spekuliert, daß der EZB letzlich die Geldwertstabilität (entgegen aller großen Sprüche) doch wichtiger sein wird als der FED. Es geht also nicht um erneuertes Vertrauen in Europa sondern lediglich um Zweifel am Expansionswillen der EZB. Diese Einschätzung könnte schon bald zum Problem für exportorientierte europäische Unternehmen werden - über 1,40 EUR/USD (3 Big Figures über dem aktuellen Kurs) wäre die erste Schmerzgrenze erreicht. Vor diesem Hintergrund darf man auf die Sitzung der EZB am kommenden Donnerstag gespannt sein: Wird der globale, geldpolitische Expansions-Irrsinn von Mario Draghi verschärft um im "Währungskrieg" mithalten zu können? Es steht für die EZB viel auf dem Spiel: Der Zins-Spread zwischen den Core- und Peripherieländern der Eurozone steigt seit dieser Woche wieder marginal an - die waghalsige Billionen-Spritze der EZB zu Beginn des letzten Jahres scheint bereits zu verpuffen! 


MEINE STRATEGIE     Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist voll intakt und nur wenig spricht aktuell für eine Trendumkehr. Aber: Das Fundament der Hausse bleibt sehr labil. Sollte die EZB am Donnerstag die Märkte enttäuschen und die Zinsen Spaniens und Italiens damit wieder nach oben schicken, sehe ich für DAX-Bären eine reelle Chance. Ansonsten wird die Ralley den DAX in den nächsten Wochen auf neue All Time Highs führen. Reißleine für Short-Positionen spätestens bei 7.930, Long-Positionen bei 7.750 absichern.